Februar 20, 2021

Blasensteine

Von Ioannes

Hallo und herzlich willkommen auf pflege-thematik, heute geht es um das unangenehme Thema Blasensteine. Hier erfährst du alles zu dieser Krankheit, von den Symptomen, bis hin zu den Behandlungsmöglichkeiten und den Ursachen.

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Blasensteine-Urin-Untersuchung
Der Urin wird ins Labor geschickt, um ihn auf Harnsteine zu untersuchen. (Bildquelle: unsplash.com/national cancer institute)

Ich bin Fachkraft für Altenpflege und teile hier auf diesem Blog mein Wissen mit dir. Dabei versuche ich, alles zu leicht wie möglich zu erklären. Viel Spaß beim Lesen!

Was sind Blasensteine?

Hierbei handelt es sich um Harnsteine, welche sich in der Harnblase gebildet haben. Diese Steine verhindern ein freies Abfließen beim Urinieren. Die Blasensteine können sich auch im Nierenbecken gebildet haben und über die Harnleiter in die Blase gelangt sein.

Oftmals werden diese Steine von alleine herausgespült, passiert dies jedoch nicht, dann müssen sie operativ entfernt werden.

Welche Arten von Blasensteinen gibt es?

Ein solcher Stein entsteht immer, wenn einige steinbildende Salze im Urin aushärten. Das passiert immer dann, wenn das Salz in viel zu hoher Menge im Urin vorzufinden ist. Folgende Arten von Blasensteinen gibt es:

  • Xanthinsteine (eher selten)
  • Zystinsteine (eher selten)
  • Kalziumphosphatsteine (treten etwas häufiger auf)
  • Uratsteine (treten etwas häufiger auf)
  • Kalziumoxalatsteine (treten sehr häufig auf)

Die Unterscheidung der verschiedenen Blasensteine ist wichtig, da sich damit auch die Behandlungsmethoden ändern. Auch sind alle Steine nicht auf einem Röntgenbild zu sehen. Hier können nur die kalziumreichen Steine gesehen werden.

Welche Symptome gibt es?

Oftmals gibt es keine wirklichen Symptome, insbesondere dann, wenn der Blasenstein frei der Blase liegt und der Urin ungehindert durchfließen kann. Falls sich der Stein jedoch festgesetzt hat, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Plötzlich auftretende Bauchschmerzen
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Harnstrahl bricht plötzlich ab
  • Blutiger Urin
  • Ständiger Harndrang, aber wenig Urin

Umso größer der Blasenstein ist, umso intensiver sind die Symptome. Da sie den Durchfluss durch die Blase stark blockieren und es somit zur Stauung und Schmerzen kommen kann.

Welche Ursachen gibt es für einen Blasenstein?

Wie bereits beschrieben, entstehen diese Steine durch, aus dem Urin gelösten Mineralsalzen, die sich in der Harnblase abgesetzt haben. Ist der Abfluss des Urins aus der Blase blockiert und muss der Urin länger in der Blase ausharren, dann kann es zu Harnsteinen kommen.

Folgende Ursachen sind häufig für einen gestörten Harnabfluss:

  • Prostatavergrößerung
  • Blasenentleerungsstörung
  • Querschnittslähmungen

Aber auch eine veränderte chemische Zusammensetzung des Urins kann Harnsteine begünstigen, hier kann eine Harnwegsinfektion Schuld dran sein.

Weitere Gefährdungsfaktoren für Harnsteine

  • Geringe Trinkmengen dadurch konzentrierter Urin
  • Einseitige Ernährung mit zu viel Fleisch- und Milchprodukten
  • Zu viel Vitamin D3
  • Mangel an Vitamin A und Vitamin B6
  • Zu viel Magnesium
  • Osteoporose

Verdacht auf Blasensteine was tun?

Am besten du suchst einen Urologen auf, dieser kann eine richtige Diagnose stellen und eine angemessene Behandlung einleiten. Wenn sich der Verdacht auf Harnsteine bestätigt, dann muss eine Urin-Probe ins Labor geschickt werden. Diese wird dort auf Bakterien, Blut und Kristalle untersucht.

Danach werden die Harnsteine durch eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung sichtbar gemacht. Häufig wird auch eine Computertomografie eingesetzt, denn diese filtert auf die kalziumarmen Steine heraus.

Behandlungsmöglichkeiten

Normalerweise werde erstmal Schmerzmittel verabreicht, damit eine richtige Behandlung überhaupt möglich ist. Bei der Behandlung gilt die Faustregel kleinere, freiliegende Steine unter 5 mm werden in den meisten Fällen von alleine ausgeschieden. Hierzu werden dann harnfördernde Medikamente verschrieben, um die Ausscheidung zu beschleunigen.

Operative Methode

Falls der Stein jedoch zu groß ist für eine natürliche Ausscheidung, dann muss dieser operativ entfernt werden. Insbesondere dann, wenn eine schwere Infektion entstanden ist. Relativ kleine Steine werden während einer Blasenspiegelung mit einer kleinen Zange entfernt, das geschieht mit einer lokalen Betäubung. Bei Kindern wird immer eine Vollnarkose bevorzugt.

Druckwellentherapie

Es gibt auch eine Methode, die mithilfe von Druckwellen die Harnsteine zertrümmert. Sehr große Steine werden mit sogenannten extrakorporalen Stoßwellen zerkleinert, damit sie über den Urin problemlos ausgeschieden werden können.

Hier ein Video für dich zur Stoßwellentherapie, im Video werden zwar Nierensteine zertrümmert, dieser Vorgang wird jedoch auch bei Harnsteinen angewendet:

Frage: Welche Behandlungsmöglichkeit findet ihr am besten?

Quellen:

  1. Hautmann, R.: Urologie, 4. Auflage, Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2010.
  2. Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Stuttgart Verlag, 2007.