Januar 25, 2021

Demenz

Von Ioannes

Hallo und herzlich willkommen auf meiner Seite hier dreht sich alles um das Thema Pflege. Diese Seite soll dir dabei helfen, einen besseren Überblick über die alltäglichen Pflegegeschehnisse zu bekommen.

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Demenz beginnt im Gehirn
Demenz ist eine Krankheit, welche das Gehirn nach und nach schädigt und nicht heilbar ist. (Bildquelle: unsplash.com/Robina Weermeijer)

Der heutige Artikel setzt sich mit dem Thema der Demenz auseinander, hier erfährst du was für Symptome diese Krankheit hat, welche Ursachen für eine Demenz verantwortlich sind und vieles mehr. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist eine Demenz?

Die Demenz ist eine Krankheit, welche das Kurzzeitgedächtnis und die Merkfähigkeit stört, im späteren Verlauf werden auch Teile des Langzeitgedächtnisses und Fähigkeiten wie Sprechen und Orientieren in Mitleidenschaft gezogen.

Es gibt zwei Formen der Demenz, die primäre Demenz und die sekundäre Demenz. Bei der primären Variante ist meistens nur eine Folgeerscheinung einer anderen Krankheit, wie einer Alkoholvergiftung oder einer Stoffwechselerkrankung. Diese sind heilbar und können in den meisten Fällen sehr gut behandelt werden.

Die sekundäre Variante jedoch ist unheilbar, von ihr sind im Normalfall auch nur ältere Menschen betroffen. Nur 10 Prozent aller Demenzfälle lassen sich der zweiten Varianten zuordnen.

Die Demenz im 21. Jahrhundert

Mit der steigenden Anzahl älterer Menschen nimmt auch die Anzahl an dementiell veränderten Patienten zu, noch nie in der Menschheitsgeschichte gabe es so viele demente Personen wie aktuell. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Zahl der Dementen im Jahr 2050 auf 2,3 Mio. Menschen ansteigen wird. Das wäre eine Verdoppelung zum jetzigen Stand und würde auch ganz neue Herausforderungen mit sich bringen. Leider gibt es kein Heilmittel, um alle diese Menschen zu Hause heilen zu können. Deshalb muss sich die Gesellschaft dieser Krankheit anpassen und geeigente Hilfs- und Versorgungskonzepte erstellen.

Somit steht uns noch eine Menge an gesellschaftlicher Arbeit bevor, Demenz darf nicht mehr totgeschwiegen werden. Es wird in naher Zukunft keinen Menschen geben, der nicht indirekt mit dieser Thematik zu tun haben wird. Deshalb sollten die Menschen sich gut mit dieser Krankheit auseinandersetzen, um den dementen Menschen ein würdiges Leben ermöglichen zu können.

Arten der Demenz

Die bekanntesten Formen der demenziellen Veränderungen sind die Alzheimer-Erkrankung und die vaskuläre Demenz. Die Alzheimer-Form ist am häufigsten vertreten mit einem Anteil von 65 Prozent. Die vaskuläre Demenz hat nur einen Anteil von 30 Prozent. Der Rest ist eine Mischform aus beiden Erkrankungen.

Alzheimer Erkrankung

Bei der Alzheimer-Demenz werden wichtige zerebrale Nervenzellen unheilbar zerstört, der Verlauf der Krankheit ist bei jedem Menschen anders. Jedoch lässt sich diese Krankheit in drei Stadien kategorisieren.

Stadium 1:Es treten Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen auf. Verminderte Reaktionsfähigkeit und erste Sprachstörungen. Betroffener nimmt die Veränderungen bewusst wahr.
Stadium 2:Krankheitsbild wird jetzt sehr deutlich, betroffene Personen können ihren Beruf nicht mehr ausführen oder Auto fahren. Auch bei alltäglichen Handlungen z.B. Essen, Duschen brauchen sie Hilfe. Vergessen von Namen, Orten und Zeit.
Stadium 3:Die Person muss vollständig gepflegt und betreut werden. Die Person kann nicht mehr richtig kommunizieren und werden meistens bettlägerig.

Ursachen für eine Alzheimer-Erkrankung sind noch unbekannt, die Krankheit kann nur verzögert werden, jedoch nicht geheilt. Allerdings wirkt sich Aktivität positiv auf den Verlauf aus. Hier habe ich Bewältigungsstrategien für dich, wie du mit desorientierten, dementen Menschen umgehst.

Alzheimererkrankung und das Lebensalter

Das Risiko Alzheimer zu bekommen, steigt mit einem höheren Lebensalter, bei den 60-64 Jährigen liegt die Häufigkeit für eine Alzheimererkrankung bei 1%, bei den über 90 Jährigen hingegen steigt das Risiko auf 35% an. Dadurch zählt das Alter zu den Risikofaktoren der Alzheimererkrankung.

Risikofaktoren einer Alzheimererkrankung

Folgende Risikofaktoren gibt es, die eine Alzheimererkrankung begünstigen:

  • Hohes Lebensalter: Das ist der stärkste Risikofaktor für Alzheimer, umso älter die Person, umso größer wird das Risiko Alzheimer zu bekommen.
  • Genetische Faktoren: Falls einer deiner direkten Verwandten Demenz hatte, ist das Risiko dreimal so hoch an Alzheimer zu erkranken wie normal. Häufig setzt diese erbliche Alzheimer Form ab dem 65. Lebensjahr ein.
  • Alkoholkonsum: Ein erhöhter Alkoholkonsum kann zu einer Alkoholdemenz führen, mäßiger Konsum ist hingegen kein wirklicher Risikofaktor.
  • Geschlecht Weiblich: Frauen sind häufiger von Alzheimer betroffen als Männer, das liegt jedoch daran, dass diese im Regelfall auch viel älter als Männer werden.

Unterschied präsenile Alzheimer Erkrankung und senile Alzheimererkrankung

Wenn die Krankheit vor dem 65. Lebensjahr auftritt, dann spricht man von einem präsenilen Ausbruch. Tritt die Krankheit jedoch nach dem 65. Lebensjahr ein, dann handelt es sich um einen senilen Beginn.

Vaskuläre Demenz

Die vaskuläre Demenz entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, je stärker diese Störungen, desto größer ist auch der Gedächtnisverlust. Die Symptome sind deckungsgleich mit denen der Alzheimer-Erkrankung. Allerdings kommen auch noch körperliche Beschwerden wie Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen dazu.

Vorbeugend gegen diese Krankheit kann eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung wirken. Hier habe ich für dich ein Video mit Bewegungsübungen für ältere, demente Menschen.

Risikofaktoren für eine vaskukäre Demenz

Die Studienlage zu den Risikofaktoren ist nicht besonders gesichert bei der vaskulären Demenz, allerdings sind folgende Faktoren bereits wissenchaftlich belegt, eine vaskuläre Demenz zu fördern:

  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Diabetes mellitus
  • Hyperlipidämie bei Übergewicht
  • Rauchen und starker Alkoholkonsum

Alle diese Risikofaktoren haben eins gemeinsam, sie sind schädlich für die Blutgefäße, die vaskuläre Demenz wird durch eine Schädigung der Blutgefäße im Gehirn hervorgerufen. Deshalb sollten Menschen mit den oben genannten Risikofaktoren stets im Hinterkopfen haben, dass sie irgendwann Opfer eine vaskulären Demenzform werden könnten.

Prävalenz der Demenz

Die Prävalenz beschreibt die Häufigkeit der Krankheitsfälle, damit sind alle neuen Krankheitsfälle und alle bereits vorhandenen Krankheitsfälle gemeint, diese werden noch einmal unterschieden in Zeiteinheiten und Bevölkerungsgruppen. Zu den demenziellen Krankheitsfällen gibt es bislang keine aussagekräftigen, dokumentierten Daten.

Das liegt daran, dass es immer noch keine wirkliche Abgrenzung zwischen einer leicht kognitiven Störung und dem frühen Stadium der Demenz gibt. Nur zur Alzheimer-Erkrankung gibt es eine stabile Datenlage, da es zu dieser Krankheit mehrere diagnostische Kriterien gibt. Bei der vaskulären Demenz hingegen gibt es keine wirklichen diagnostischen Kriterien und dadurch ist die Datenlage auch viel dünner.

Wie viele Menschen erkranken jährlich an einer Demenz?

Die Rate der Neuerkrankungen mit einer Art der Demenz liegt in Deutschland jährlich circa bei 200.000 Menschen. Spätestens seit Corona ist jedem von uns der Begriff Inzidenz geläufig, somit liegt die Inzidenz für eine demenzielle Erkrankung bei den über 65-Jährigen zwischen 1,5 und 2%.

Demenz Lebenserwartung

Bei der vaskulären Demenz hängt die Lebenserwartung stark vom Alter der Patienten, dem Fortschritt der Demenz und anderen Erkrankungen ab. Häufig haben Menschen denen einen vaskuläre Demenz diagnostiziert wurde, noch zwischen einerhalb und sechs Jahre zu leben. Die Spanne ist groß und spiegelt auch nur den Durchschnitt aller Fälle wider.

Bei der Alzheimer Demenz hingegen haben Studien ermittelt, dass Menschen die vor ihren 65. Lebensjahr an Demenz erkrankt waren im Durchschnitt eine Lebenserwartung zwischen acht und zehn Jahren hatten. Sind die Patienten erst nach ihrem 65. Lebensjahr an Alzheimer erkrankt, dann lag die Lebenserwartung im Schnitt deutlich unter fünf Jahren und waren die Patienten älter als 85 und bekamen dann die Alzheimer-Demenz, betrug ihre Lebenserwartung weniger als drei Jahre.

Nichtsdestotrotz muss auch gesagt werden, dass eine Demenz nicht wirklich Einfluss auf die Lebenserwartung hat, oftmals ist es das Zusammenspiel vieler Faktoren, welche den Tod verursachten. Es gibt auch demente Menschen die noch länger als 15 Jahre mit der Krankheit gelebt haben. Oftmals sterben demente Menschen an Infektionskrankheiten, die häufigste Todesursache für dementiell veränderte Menschen ist die Lungenentzündung. Demente Menschen neigen dazu, sich sehr häufig zu verschlucken und befördern dadurch gefährliche Krankheitserreger in die Luftröhre und die Lunge, dadurch kommt es dann zu einer Lungenentzündung, aber auch Stürze und Knochenbrüche sind mögliche Todesursachen.

Frühzeitige Symptome

Folgende Warnsignale können auf eine bevorstehende demenzielle Veränderung hinweisen:

  • Angstzustände, starke Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit.
  • Keine Einsicht bei Fehlern und starke Abwehrhaltung.
  • Keine Angst vor Gefahren.
  • Orientierungsschwierigkeiten in fremden Umgebungen.
  • Sprachstörungen.
  • Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis.
  • Kein Interesse mehr an alten Hobbys und Kontakten.

Diagnose Demenz nach ICD und DSM

DSM steht für „Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen“, ICD hingegen steht für „International Classification of Deseas“. Beide Systeme haben verschiedene Kriterien entwickelt, mit dem sie versuchen eine Demenz diagnostizieren zu können. Die Kriterien von den beiden Systemen sind so ähnlich, dass ich sie im folgenden Absatz für euch zusammengefasst habe:

  • Abnahme der Gedächtnisleistung: Die Aufnahme neuer Information und das Abrufen alter Informationen ist stark eingeschränkt.
  • Sprachstörungen: Der Betroffene kann sich nicht mehr verständlich äußern und vergisst Wörter oder Laute.
  • Bewegungseinschränkungen: Verschiedene Bewegungsabläufe können nicht mehr vollständig oder nur noch teilweise ausgeführt werden.
  • Agnosie: Dinge oder Sachverhalte werden nicht mehr wirklich erkannt, oder interpretiert.
  • Gestaltung des allgemeinen Lebens: Planung und Organisation des eigenen Lebens gelingt nicht mehr, hier wird externe Hilfe benötigt.

Diese Diagnosekriterien müssen mindestens 6 Monate bestehen und eine deutliche Verschlechterung zum vorherigen Leistungsniveau darstellen. Von den Störungsbildern Sprachstörungen, Bewegungseinschränkungen, Agnosie und Gestaltung des allgemeinen Lebens muss mindestens eines gegeben sein.

Diagnose Alzheimer

Die oben genannten Diagnose Kriterien sind nur für die allgemeine Demenz zutreffend, für die Alzheimer-Krankheit müssen weitere Kriterien erfüllt sein. Diese Kriterien entsprechen auch wieder den ICD und DSM Standards.

Das Hauptkriterium für die Alzheimer Diagnose ist der schleichende Abbau koginitiver Fähigkeiten, wie bereits oben beschrieben. Dieser Abbau der koginitiven Fähigkeiten darf nicht durch folgende Fälle ausgelöst werden, damit die Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert werden kann:

  • Krankheiten des zentralen Nervensystems wie Hirntumore etc.
  • Krankheiten die Demenz auslösen können wie z.B. HIV.
  • Missbrauch toxischer Substanzen wie Alkohol, Drogen etc.

Welche Instrumente werden zur Diagnose genutzt?

Damit eine Demenz-Diagnose angemessen gestellt werden kann, nutzen die Ärzte folgende Instrumente:

  • Körperliche Untersuchung
  • Neurologische Untersuchung
  • Psychpathologische Untersuchung
  • Testpsychologische Untersuchung, beispielsweise durch den Minimal-Mental-Status-Test
  • Elektrodiagramm
  • Elektroenzephalogramm
  • Kraniales Computertomogramm
  • Eigenanamnese und Fremdanamnese im Bezug auf Kognitive Fähigkeiten, Orientierung, Leistungsfähigkeiten etc.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Leider gibt es noch keine geeignete Therapie für die Demenz, es wird jedoch versucht, die Lebensqualität des Betroffenen zu verbessern. Deshalb werden Medikamente eingesetzt, welche den Krankheitsverlauf verzögern sollen und abmildern sollen.

Auch werden oftmals zusätzliche Medikamente gegen Unruhe und Angststörungen verschrieben. Oftmals helfen auch Ergotherapie und eine liebevolle Betreuung der dementen Personen.

Soziale Probleme in einer Demenz

Die Probleme einer Demenz gehen weit über den medizinischen Bereich hinaus, die sozialen Probleme die diese Krankheit auslöst sind weitaus schlimmer. Den auf außenstehende wirkt das Verhalten von dementen Menschen häufig störend, damit kann ein Umherwandern oder Verwirrtheit gemeint sein.

Ebenfalls fehlt vielen dementen Menschen die Mitgliedschaft in einer sozialen Gruppe, die meisten Erkrankten können nicht mehr in ihren Freundeskreisen parizipieren, wie sie es vor der Krankheit getan haben. Dadurch entsteht eine soziale Isolierung.

Darüber hinaus befinden sich demente Menschen dauerhaft in einem Abhängigkeitsverhältnis, da sie auf die Pflege anderer Menschen angewiesen sind. Sie leiden an dem Gefühl, nichts zurückgeben zu können. Ebenfalls leben die meisten Dementen in der Vergangenheit und nicht in der Gegenwart wie ihr Umfeld. Dadurch ist es sehr schwierig, mit dementen Personen eine Kommunikationsebene zu finden. Auch diese Tatsache isoliert die Betroffenen wieder von ihrem sozialen Umfeld.

8 Tipps zum Umgang mit dementiell veränderten Angehörigen

Jetzt komme ich auch schon zu den Tipps, wichtig hierbei ist, dass es sich um keine Pauschallösung handelt, manche Tipps können funktionieren, andere wiederum nicht. Jeder Demente ist ein Individuum und somit auch durch unterschiedliche Maßnahmen erreichbar:

  1. Verkindliche deinen Angehörigen nicht: Es handelt sich hierbei immer noch um eine erwachsene Person. Versuche auf Augenhöhe mit ihm zu kommunizieren.
  2. Benutze einfache Sprache: Überfordere deinen Angehörigen nicht mit vielen Fremdwörtern oder verschachtelten Sätzen. Rede einfach und deutlich.
  3. Kommuniziere positiv: Versuche immer wertschätzend und positiv zu kommunizieren. Vermeide Vorwürfe und lobe deinen Angehörigen oft.
  4. Nonverbale Kommunikation: Die nonverbale Kommunikation ist enorm wichtig bei dementen. Mit einer prägnanten Mimik und Gestik kannst du deine Botschaft besser vermitteln.
  5. Aktiviere seinen Körper: Ergo- und Physiotherapie sind gute Möglichkeiten, die Mobilität deines Angehörigen zu erhalten. Damit lässt sich der Verlauf der Krankheit sogar verzögern.
  6. Wecke Erinnerungen: Insbesondere durch das Hören von Musik kannst du bei deinem Angehörigen Erinnerungen wecken, damit sich dein Angehöriger an Geschichten aus seinem Leben erinnern kann.
  7. Fördere soziale Kontakte: Ein Treffen mit anderen dementen Personen kann sich positiv auf die Entwicklung deines Angehörigen auswirken. Hier empfiehlt sich eine Senioren-Betreuung.
  8. Auf sich selbst achten: Der Umgang mit dementen Menschen kann sehr kräfteraubend sein, achte darauf, regelmäßig Pausen einzulegen. Somit bist du nicht überfordert und wirst auch nicht ungeduldig und gestresst.

Demente Menschen und Schlafstörungen

Bis heute kann die Wissenschaft nicht zu 100 Prozent verstehen, wie die Schlafstörungen mit der Demenz zusammenhängen. Höchstwahrscheinlich liegt es an den neuronalen Veränderungen im Gehirn, welche durch die Krankheit ausgelöst werden.

Schlafstörungen durch Demenz ausgelöst

In einigen Studien wurde jedoch nachgewiesen, dass Symptome wie Verwirrtheit und Angst immer erst später am Tag auftauchen. Da viele demente Menschen auch kein richtiges Zeitgefühl mehr haben, verschiebt sich der Rhythmus immer mehr.

Diese Gründe können für die Schlafprobleme verantwortlich sein:

  • Zeitliche Desorientierung: Person denkt wir haben früh am Morgen, obwohl es schon spät am Abend ist.
  • Angst vor Dunkelheit: Viele demente Menschen können sich nicht erklären, warum es dunkel wird und sie werden ängstlich.
  • Können Träume nicht richtig einordnen: Demente Menschen neigen dazu, Träume als echte Erlebnisse wahrzunehmen.
  • Starker Bewegungsdrang: Sehr viele demente Menschen haben einen erhöhten Bewegungsdrang, dadurch fühlen sie sich noch energiegeladen und werden nicht müde.

7 Lösungsstrategien bei Demenz und Schlafstörungen

  1. Richte das Schlafzimmer gemütlich ein: Das Schlafzimmer sollte einladend gestaltet sein, damit dein Angehöriger sich wohlfühlt. Auch solltest du auf die Temperatur im Zimmer achten.
  2. Achte abends auf genügend Licht: Falls dein Angehöriger Angst vor der Dunkelheit hat, achte auf eine angemessene Beleuchtung, somit reduzierst du die Angst.
  3. Schaffe Rituale: Damit dein Angehöriger eine Verknüpfung mit dem Schlafen hat, solltest du immer zur selben Zeit das Abendessen servieren. Dadurch weiß dein Angehöriger, nach dieser Routine wird geschlafen.
  4. Vermeide Wachmacher: Gebe deinem Angehörigen abends keinen Kaffee mehr oder andere Lebensmittel mit Koffein.
  5. Gestalte den Tag aktiv: Das ist insbesondere bei Menschen mit einem großen Bewegungsdrang nützlich, gehe oft spazieren mit deinem Angehörigen, oder fördere ihn auf andere Art und Weise.
  6. Achte auf dich selbst: Achte auf deinen Gemütszustand, denn schlechte Laune oder Stress übertragen sich schnell auf deinen Angehörigen.
  7. Suche einen Arzt auf: Ein Gespräch mit einem Facharzt hilft immer, dieser hat entweder passende Medikamente für deinen Angehörigen, oder kennt andere Methoden, um dir zu helfen.

Aggression in einer Demenz

Aggressives Verhalten von dementen Menschen kann sich körperlich oder verbal äußern. Hier ist es immer wichtig, die Ursache der Aggression herauszufinden. Du solltest auf gar keinen Fall mit Aggression auf die Aggression reagieren.

Aggressiver dementer Mensch
Viele demente Menschen fühlen sich nicht verstanden und reagieren deshalb aggressiv. (Bildquelle: unsplash.com/Aaron Blanco Tejedor)

Entstehungsverlauf einer Aggression bei dementen Menschen

Jede aggressive Situation entsteht durch eine Situation in der ein dementer Mensch einen Sachverhalt nicht verstehen, oder seine eigenen Handlungen nicht mehr nachvollziehen kann. Dieses Unverständnis äußert sich dann durch Überforderung, der Demente ist nicht in der Lage die Situation zu bewältigen, dadurch baut sich innerlich ein Druck auf. Dieser Druck kann dann je nach Person unterschiedlich lange für sich behalten werden, wenn dies jedoch nicht mehr möglich ist, verwandelt sich dieser Druck in Angst und die demente Person wird entweder aggressiv oder zieht sich zurück.

Häufige Gründe für die Aggression bei Demenz

Das aggressive Verhalten kann mehrere unterschiedliche Gründe haben, die gängigsten habe ich dir in den folgenden Abschnitten aufgezählt.

Körperliche Beschwerden:

  • Falls die Person ihren körperlichen Schmerz nicht mehr kommunizieren kann, dann äußert sich dieser durch aggressives Verhalten. Insbesondere dann, wenn du die verletzte Stelle aus versehen berührst.
  • Erschöpfte demente Menschen sind auch sehr häufig aggressiv. Sie können meistens nicht mehr erklären, dass sie Ruhe benötigen.
  • Oftmals spielen auch Hunger und Durst eine Rolle. Viele Menschen im fortgeschrittenen Demenz-Stadion haben kein Hunger- und Durstgefühl mehr. Somit werden sie dann unruhig und aggressiv.

Umweltfaktoren:

  • Häufig führen laute Umgebungsgeräusche zu Stress, der sich dann in Aggressionen äußert.
  • Auch die Tageszeit spielt eine Rolle, denn viele demente Menschen sind morgens zugänglicher als abends. Am Abend werden sie oftmals unruhig, wenn es dunkel wird. Das kann aber von Person zu Person variieren.

Schlechte Kommunikation:

  • Die demente Person versteht deine Forderung nicht und reagiert abweisend und aggressiv.
  • Überfordere deinen Angehörigen nicht mit zu vielen Fragen.

Mögliche Warnzeichen für bevorstehendes aggressives Verhalten bei einem Dementen

Oftmals kann eine Aggression bei einem Dementen schon vorhergesehen werden, da sich die Stimmung des Betroffenen nach und nach verschlechtert. Hier sind folgende Warnzeichen, die auf einen bevorstehenden aggressiven Ausbruch hinweisen können:

  • Starke Stimmungsschwankungen in kurzer Zeit
  • Mimik und Gestik ist aggressiv
  • Die allgemeine Stimmung ist sehr angespannt
  • Der Demente ist entweder sehr aktiv oder sehr passiv
  • Bei der Kontaktaufnahme reagiert der Betroffene bereits gereizt
  • Der Demente droht schon verbal mit Gewalt
  • Die körperliche Distanz wird nicht eingehalten, der Demente kommt einem sehr nah

5 mögliche Lösungsstrategien bei Aggression in einer Demenz

Ich möchte hier nur kurz anmerken, dass jeder Mensch ein Individuum ist und das diese Strategien keine Pauschallösung darstellen. Allerdings kannst du ein paar von ihnen austesten, um zu sehen, welche für deinen Angehörigen geeignet ist:

  1. Versuche den Krisenherd zu identifizieren: Denke darüber nach, was vor der Aggression passiert ist und versuche dort einen möglichen Grund für die Aggression zu finden.
  2. Achte auf Verletzungen: Gucke nach eventuellen Schonhaltungen deines Angehörigen, hier kann eine Verletzung Auslöser für die Aggression sein.
  3. Fokussiere dich auf die Gefühle: Achte immer darauf, mit welcher Intention dein Angehöriger die Aggression äußert. Oftmals liegt hier der Schlüssel zur Problemlösung.
  4. Beseitige Störquellen in der Umwelt: Falls dein Angehöriger durch einen gewissen Umweltfaktor gestresst und aggressiv wird, dann beseitige ihn. Schließe das Fenster bei Baustellenlärm, räume auch Gegenstände weg, die deinem Angehörigen Angst machen.
  5. Lenke deinen Angehörigen ab: Wenn dein Angehöriger sehr aufgebracht ist, dann kannst du ihn mit verschiedenen Aktivitäten von seinem Ärger ablenken. Gehe mit ihm spazieren, oder einkaufen.

Gewalt gegen Pflegebedürftige

Leider passiert es immer häufiger, dass Pflegebedürftige vom Pflegepersonal aggressiv behandelt werden, oftmals sind davon demente Menschen betroffen, da diese auch eine aggressive Art an den Tag legen. Viele Pflegepersonen fühlen sich dann überfordert und begegnen den dementen Menschen mit harten Maßnahmen. Falls du einen dementen Angehörigen im Altenheim hast, solltest du darauf achten, dass er nicht gewaltvoll behandelt wird.

Natürlich ist eine gewaltsame Handlung nicht leicht nachzuweisen, allerdings gibt es ein paar Anzeichen, die du beachten solltest und diese dann möglicherweise bei der Stationsleitung ansprechen. Ich möchte nicht sagen, dass Gewalt in der Pflege Gang und Gäbe ist, jedoch kommt sie leider vor und demente Menschen können ihren Angehörigen nicht davon berichten, da sie in den meisten Fällen kognitiv nicht in der Lage dazu sind. Deshalb achte auf folgende Punkte, falls du Gewalt gegenüber deinem Angehörigen vermutest:

  • Immer wieder blaue Flecken: Hat dein Angehöriger immer wieder neue blaue Flecken insbesondere an den Oberarmen, das kann vom härterem Zupacken passieren. Auffällig ist, wenn die Hämatome nur an den Oberarmen auftreten, bei einem Sturz müsste dein Angehöriger auch noch an anderen Stellen wie am Oberschenkel blaue Flecken haben.
  • Verletzungen am Mund und im Mundinnenraum: Demente bettlägerige Menschen weigern sich häufig, ihre Nahrung vollständig zu sich zu nehmen. Das Pflegepersonal steht unter Zeitdruck und führt das Trinken und Essen gewaltsam in den Mund ein. Hierbei entstehen kleine Verletzungen und die Selbstbestimmung deines Angehörigen wird untergraben.
  • Sedierende Medikation: Dein dementer Angehöriger kommt dir total durch den Wind vor, jedes Mal wenn du zu Besuch bist, häufig werden demente Menschen mit stark sedierenden Mitteln vor der Schlafenszeit versorgt, damit sie ruhig werden und in ihr Zimmer gebracht werden können. Das ist in manchen Situationen auch angemessen, sollte allerdings nicht zur Regel werden. Falls du die Vermutung hast, dass dein Angehöriger zu oft solche Beruhigungsmittel bekommt, lass dir die Dokumentationen von der Spätschicht zeigen, hier sind alle Maßnahmen eingetragen, auch die Verabreichung von Medikamenten.
  • Örtliche Fixierung: Falls die Tür deines Angehörigen in seinem Zimmer irgendwie blockiert wurde, oder er irgendwo hingesetzt wurde, von wo er nicht alleine aufstehen kann, dann handelt es sich hierbei auch um eine gewaltsame Handlung.

Desorientiertes Verhalten bei einem Dementen

Desorientiertes Verhalten tritt in allen Stadien der Demenz auf, natürlich ist der Grad der Desorientierung im Anfangsstadium viel milder und auch für die Angehörigen leichter nachzuvollziehen. Leider nimmt die Desorientierung mit fortschreitender Demenz immer mehr zu.

Demenz und Desorientierung
Die zeitliche Desorientierung ist sehr oft bei dementen Menschen vertreten, sie verwechseln Tageszeiten und Wochentage. (Bildquelle: unsplash.com/Lieselot Dalle)

Typische Verhaltensmuster sind das Vergessen von Zeit und Örtlichkeiten. Viele demente Menschen leben in einer ganz anderen Zeit und an einem ganz anderen Ort. Oftmals werden auch Personen ganz vergessen oder durcheinander gebracht.

Gründe für die Verwirrtheit

Der Hauptgrund für die Abnahme der kognitiven Leistungen und der damit einhergehenden Desorientierung ist die Schädigung der Gehirnzellen, welche durch die Alzheimer-Erkrankung ausgelöst wird. Medikamente können diesen Prozess nicht stoppen, sie können jedoch die Symptome lindern, hier empfiehlt sich immer ein Arztbesuch.

Es gibt jedoch auch noch andere Gründe, die zu einer Verschlechterung der Orientierung führen können. Oftmals sind es ganz kleine Dinge, wie Änderungen in der Tagesstruktur, oder andere Eingriffe in alltägliche Verhaltensmuster, welche deinen Angehörigen aus der Fassung bringen. Bei dementen desorientierten Menschen ist das sehr schnell der Fall.

6 Lösungsstrategien gegen desorientiertes Verhalten bei Dementen

So nun komme ich auch schon zu den 6 Lösungsstrategien im Umgang mit Desorientierung. Du musst diese nicht eins zu eins umsetzen, passe sie an deinen Angehörigen an.

  1. Ruhe bewahren: Falls dein Angehöriger dich nicht mehr erkennt, oder bei einem anderen Namen nennt, nimm es nicht persönlich, bleibe ruhig.
  2. Antworte kurz und bündig: Kommuniziere mit deinem Angehörigen bitte immer kurz und verständlich, vermeide lange Sätze und Ausschweifungen.
  3. Wecke Erinnerungen: Damit du deinen Angehörigen da Abholen kannst, wo er ist, versuche bei ihm Erinnerungen zu wecken. Das geht ganz einfach in dem du alte Fotos zeigst, oder alte Musik abspielst.
  4. Lasse dich auf seine Zeit ein: Falls dein Angehöriger denkt, er ist erneut in seiner Jugend, dann spiele einfach mit. Somit kannst du ihn besser erreichen.
  5. Vermeide Belehrungen: Falls du deinem Angehörigen etwas erklären möchtest, versuche es eher durch Ratschläge und Erklärungen. Vermeide belehrende Aussagen.
  6. Erkenne die Krankheit an: Vielen Angehörigen fällt es extrem schwer, ihren Angehörigen als kranke Person anzuerkennen. Alzheimer und Demenz sind richtige Erkrankungen und keine einfache Altersschwäche.

Beratung für Angehörige eines Dementen

Sehr viele Vereine und Pflegeeinrichtungen bieten verschiedene Beratungs- und Fortbildungsangebote für pflegende Angehörige. Hier kannst du alles rund um die Krankheit der Demenz lernen und auch weitere fachliche Tipps im richtigen Umgang mit der Krankheit. Eine Anlaufstelle ist das bundesweite Alzheimertelefon, hier erfährst du alles zu den verschiedenen Beratungsangeboten.

Durch eine Beratung in diesem Feld fühlen sich die Angehörigen oftmals gestärkt und können besser mit den verschiedenen Herausforderungen einer Demenz wie beispielsweise den Schlafstörungen umgehen. Darüber hinaus kommen die Angehörigen in solchen Schulungen und Beratungen auch mit anderen pflegenden Angehörigen in Kontakt.

Quellen

  1. Stechl E: Praxishandbuch Demen: Erkennen – Verstehen- Behandeln. Frankfurt am Main 2012.
  2. Payk T. : Demenz. München 2010.
  3. Gaebel W, Falkai P: Behandlungsleitlinie Demenz. Darmstadt 2001.