März 12, 2021

Epiglottitis

Von Ioannes

Eine Epiglottitis ist eine Entzündung des Kehldeckels und kann sogar tödlich enden. Sie wird durch Bakterien verursacht. Oftmals sind Kinder von einer Kehldeckelentzündung betroffen. In diesem Artikel kläre ich dich über die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten dieser Krankheit auf.

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Epiglottitis ist gefährlich
Der Kehldeckel befindet sich oberhalb der Luftröhre und schützt vorm Verschlucken. (Bildquelle: unsplash.com/Nhia Moua)

Ich bin Fachkraft für Altenpflege und auf dieser Seite findest du Artikel zu verschiedenen pflegerischen und medizinischen Themen. In viele Artikel lasse ich auch Erfahrungen aus der Praxis mit einfließen, ansonsten lese ich mich in Sekundärliteratur ein und versuche dann die wichtigsten Inhalte herauszufiltern, um euch guten und leicht verständlichen Content zu liefern. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist eine Epiglottitis?

Die Epiglottitis ist eine Kehldeckelentzündung und wird vom Haemophilus Influenzae Typ B verursacht. Bei dieser Entzündung schwellen die Schleimhäute rund um den Kehldeckel an, dadurch kommt es zu Atemnot, da die Luftröhre extrem eingeengt wird. Der Kehldeckel liegt über der Luftröhre und hat die Aufgabe, diese zu verschließen.

Eine solche Kehldeckelentzündung kann tödlich enden, da der geschwollene Kehldeckel das Atmen erschwert, die betroffene Person kann an so einer Entzündung ersticken. Deshalb solltest du immer ins Krankenhaus fahren, oder den Notarzt rufen, falls ein Verdacht auf eine akute Epiglottitis besteht. Sehr häufig sind Kinder die zwischen 2 und 6 Jahre alt sind, von dieser Krankheit betroffen.

Welche Symptome hat eine Epiglottitis?

Ist der Betroffene erst einmal von der Krankheit befallen, dann die Atemnot innerhalb von sechs bis 12 Stunden einsetzen. Diese Symptome lassen auf eine Epiglottitis schließen:

  • Blau angelaufen und blass: Die Gesichtsfarbe des Betroffenen kann entweder leicht blau sein und/oder sehr blass.
  • Kutschersitz: Der Betroffene ist mit dem Oberkörper nach vorne gebeugt und der Kopf ist nach hinten geneigt. Dadurch fällt das Atmen leichter.
  • Sprechen ist eingeschränkt: Die betroffene Person möchte nicht mehr reden, oder kann es sogar nicht mehr.
  • Schwere Atmung: Patient seine Atmung ähnelt Schnarchgeräuschen.
  • Fieber: Oftmals über 39 Grad Celsius.
  • Schluckbeschwerden: Schlucken ist sehr schmerzhaft und oft nicht mehr möglich.
  • Speichelausfluss: Da nicht mehr geschluckt werden kann, läuft dieser aus dem Mund heraus.
  • Starke Halsschmerzen: Der Betroffene ist wie erkältet und hat starke Halsschmerzen.
  • Sprecheinschränkungen: Der Betroffene kann nicht mehr wirklich sprechen.

Eine Kehldeckelentzündung sollte immer sofort medizinisch behandelt werden, falls diese Symptome vorliegen, rufe bitte sofort den Notarzt, oder fahre ins Krankenhaus.

Welche Ursachen gibt es?

Die Entzündung im Kehldeckel wird sehr häufig von Haemophilus Influenza B Bakterien ausgelöst, manchmal können aber auch Streptokokken für diese Entzündung verantwortlich sein. Dieses Haemophilus Influenzae B Bakterium lagert sich in den Schleimhäuten der Atemwege an und kann dort eine Entzündung verursachen. Angesteckt wird man durch eine Tröpfcheninfektion, diese Tröpfchen entstehen durch Husten, Sprechen oder Niesen. Bis die Krankheit ausbricht, können zwischen zwei und fünf Tage vergehen.

Epiglottitis Diagnostik

Die Diagnose erfolgt in erster Linie klinisch, dazu wird der Rachen genausten untersucht, oftmals wird hierfür ein Laryngoskop über die Nase eingeführt. Wenn der Kehldeckel jetzt kirschrot und sehr entzündet und geschwolen ausieht, dann steht die Diagnose eigentlich schon fest.

Während der Untersuchung sollte immer ein Beatmungsgerät in der nähe sein, denn schon bei der geringsten Stresseinwirkung können die Patienten atemnot bekommen und somit ersticken. Auch beim Transport sollte ein Beatmungsgerät in der unmittelbarer Nähe sein, deshab empfiehlt es sich, einen Krankenwagen für die Fahrt ins Krankenhaus zu rufen.

Behandlungsmöglichkeiten

Ein Kehldeckelentzündung wird immer stationär behandelt, denn der Patient muss intensiv gepflegt, behandelt und überwacht werden. All das kann nur in einem Krankenhaus passieren. Der Patient bekommt hier per Infusion ein Antibiotikum verabreicht, welches die Bakterien vernichten soll. Oftmals wird Cefotaxim oder Cephalosporine eingesetzt. Die Medikation wird für 10 Tage verabreicht.

Falls der Patient starke Atemnot hat kann er noch künstlich beatmet werden, damit die Entzündung des Kehldeckels abnimmt, wird häufig noch Cortison zum Antibiotikum verabreicht. Droht ein Atemstillstand, dann muss der Patient intubiert werden. Ist keine Intubation möglich, weil die Schwellung des Kehldeckels zu groß ist, dann muss ein Luftröhrenschnitt gemacht werden. Das passiert jedoch eher selten.

Was kann ich tun als Ersthelfer, bis der Notarzt kommt?

Hier eine Liste für dich, wie du dich in so einem Notfall korrekt verhältst:

  • Patienten beruhigen: Aufregung kann die Atemnot verstärken, deshalb solltest du den Patienten beruhigen.
  • Öffne das Fenster: Frische Luft erleichtert das Atmen, öffne das Fenster.
  • Haltung des Betroffenen: Betroffene Menschen nehmen oftmals instinktiv eine Haltung ein, die ihnen das Atmen erleichtert. Unterstütze den Betroffenen dabei.

Kehldeckelentündung Impfung

Gegen das Haemophilus Influenzea Bakterium gibt es eine Impfung, diese bietet einen zuverlässigen Schutz. Diese Impfung wird Babys ab einem Alter von zwei Monaten empfohlen. Diese Impfung schützt jedoch nicht nur gegen Epiglottitis sondern auch, gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis und Hepatitis B.

Die Impfung muss dreimal gemacht werden, ab dem das Kind im 2. Lebensmonat ist und das mit einem Abstand von 4-6 Wochen. Somit bekommt das Kind alle 4-6 Wochen eine Impfung. Wenn das Kind dann zwei Jahre alt ist, bekommt es noch eine letzte Impfung.

Hier ein tolles Video zur Thematik:

Frage: Wusstet ihr, dass diese Krankheit so gefährlich ist?

Quellen

  1. Arnold W, Ganzer U: Checkliste Hals-Nasen-Ohren Heilkunde. Stuttgart 2011.
  2. Strutz J, Mann W: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Stuttgart 2017.