März 11, 2021

Enzephalitis

Von Ioannes

Heute geht es um das Thema Enzephalitis, hierbei handelt es sich um eine Entzündung im Gehirn, diese wird meistens durch Viren verursacht. Diese Krankheit kann insbesondere für Kinder, Jugendliche und immunschwache Personen zum Problem werden. Eine Enzephalitis die auch die Hirnhäute betrifft, heißt Meningoenzephalitis.

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Enzephalitis ist gefährlich
Die Gehirnentzündung kann durch Viren und Bakterien ausgelöst werden und unbehandelt zum Tod führen. (Bildquelle: unsplash.com/Robina Weermeijer)

Ich bin Fachkraft für Altenpflege und blogge hier über verschiedene medizinische und pflegerische Themen. Die verschiedenen Krankheiten und Sachverhalte erkläre ich dabei, so unkompliziert wie es möglich ist. In diesem Beitrag erfährst du alles über die Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Ursachen der Hirnentzündung. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist eine Enzephalitis?

Hierbei handelt es sich um Gehirnentzündung, die meistens durch Viren verursacht wurde. Allerdings können auch Bakterien oder Würmer diese Krankheit auslösen. Bei dieser Krankheit ist es sehr wichtig, rechtzeitig ins Krankenhaus zu gehen. Da man ansonsten daran sterben kann.

Im Krankenhaus wird dann versucht herauszufinden, was die Entzündung verursacht hat. Hierzu wird das Labor beauftragt, bis die Ergebnisse feststehen, werden verschiedene Medikamente gleichzeitig verabreicht. Wenn dann der Krankheitserreger identifiziert wurde, wird die Medikation dementsprechend angepasst.

Welche Symptome gibt es?

Folgende Symptome sind typisch für eine Enzephalitis:

  • Übergeben: Patienten müssen sich plötzlich übergeben.
  • Bewusstseinseinschränkungen: Die Betroffenen werden bewusstlos oder sind sehr verwirrt.
  • Neurologische Defizite: Es kommt zu Störungen beim Sprechen oder Lähmungen z.B. Augenmuskel oder Arme und Beine.
  • Kognitive Einschränkungen: Es kommt zu Konzentrationsschwächen und Gedächtnislücken.
  • Psychische Beschwerden: Stimmungsschwankungen, Halluzinationen, Paranoia und Orientierungslosigkeit sind mögliche Symptome.
  • Verkrampfen: Der Betroffene bekommt Krampfanfälle an verschiedenen Körperregionen.

Eingeleitet werden diese Symptome bei der viralen Gehirnentzündung durch Anzeichen, die für eine Grippe typisch sind. Dazu zählen Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Falls dann auch noch zusätzlich die Hirnhäute entzündet sind, also eine Meningoenzephalitis vorliegt, kommen Nacken- und Rückensteifheit als Symptome dazu.

Welche Ursachen für eine Gehirnentzündung gibt es?

Oftmals liegt die Ursache bei einer Virusinfektion, hier kann der Virus entweder direkt (primär) das Gehirn angegriffen haben, oder es wurde indirekt (sekundär) infiziert. Bei der sekundären Variante war die Virusinfektion zunächst irgendwo anders im Körper, das Immunsystem konnte nicht dagegen ankämpfen und die Infektion ist bis ins Gehirn vorgedrungen.

Folgende Viren sind häufig für eine Entzündung im Gehirn verantwortlich:

  • Enteroviren
  • Ebstein-Barr-Viren
  • Herpes-Simplex-Viren
  • Masernviren
  • Mumpsviren
  • Rötelnviren
  • Frühsommer-Meningo-Enzephalitis-Viren
  • Varizella-Zoster-Viren
  • Tollwut-Viren
  • West-Nil-Viren
  • Arboviren

Kann ich durch Tiere oder Insekten eine Gehirnentzündung bekommen?

Falls dich ein Tier beißt, welches an Tollwut erkrankt ist, kannst du eine Gehirnentzündung bekommen, aber Zecken können die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis Viren übertragen.

Gibt es auch noch weitere Auslöser?

Bakterien können auch eine Entzündung im Gehirn verursachen, hierzu zählen Syphilis-Erreger, Tuberkulose- und Borrelioseerreger. Aber auch Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose können eine derartige Entzündung auslösen.

Wer ist besonders gefährdet?

Insbesondere Kinder und Jugendliche und immunschwache Personen gehören zu den Risikogruppen. Ebenfalls sollten Menschen mit exotischen Reisezielen auch vor dieser Krankheit aufpassen, da es in verschiedenen Ländern außerhalb Europas Viren und Krankheitserreger gibt, die eine Gehirnentzündung verursachen können und die unser Körper nicht kennt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vom Auslöser der Krankheit abhängig, folgende Therapien gibt es.

Antibakterielle Therapie

Hier kommt es oftmals zu einer Behandlung mit Antibiotika, schlagen diese nicht an, dann kann eine bakteriell verursachte Gehirnentzündung ausgeschlossen werden. Sehr häufig wird eine Kombination von Ampicillin und einem Cephalosporin eingesetzt. Schlägt diese Medikation an, dann ist die Entzündung bakterieller Art.

Antivirale Therapie

Falls der Verdacht auf einen Herpes-Virus besteht, wird alle 8 Stunden eine Dosis von 10 mg/kg Aciclovir verabreicht. Besteht der Verdacht auf Varizella-Zoster-Viren erhöht sich die Dosis Aciclovir auf 15 mg/kg. Die Regelzeit für diese medikamentöse Behandlung beträgt zwischen 14 und 21 Tagen.

Therapie bei autoimmun bedingten Auslösern

Wurde die Hirnentzündung durch eine Autoimmunerkrankung ausgelöst, kommen häufig Steroide zum Einsatz wie Methylprednisolon und Prednison. Diese können mit intravenösen Immunglobulinen kombiniert werden.

Wie sehen die Heilungschancen aus?

Falls rechtzeitig gehandelt wird, dann sehen die Heilungschancen sehr gut aus. Du solltest auf jeden Fall die frühen Warnzeichen wie Kopfschmerzen, Bewusstseinseinschränkungen und Fieber ernst nehmen und zum Neurologen gehen. Denn eine unbehandelte Gehirnentzündung, welche durch Herpes-Viren ausgelöst wurde, verläuft bei 70 von 100 Menschen tödlich. Bei einer schnellen Behandlung mit guten Medikamenten werden jedoch 80 von 100 Menschen geheilt.

Welche Komplikationen kann es geben?

Durch langanhaltende Krampfanfälle kann eine Gehirnschwellung entstehen, das kann mitunter lebensgefährlich sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit auf dauerhafte Nervenschäden bei einer Hirnentzündung, auch wenn die Behandlung erfolgreich war.

Prophylaxemöglichkeiten gegen eine Gehirnentzündung

Impfungen gegen Masern, Mumps, Windpocken und Röteln schützen zuverlässig vor einer Gehirnentzündung, die durch diese Krankheitserreger ausgelöst wird. Aber auch die sogenannte Zecken-Impfung bietet zuverlässigen Schutz gegen eine durch Zecken ausgelöste Enzephalitis. Diese muss allerdings alle 3 bis 5 Jahre aufgefrischt werden.

Falls du in ein Land verreisen solltest, in dem es Insekten gibt, die eine Entzündung im Gehirn verursachen können, solltest du dich vorab beim Arzt beraten lassen. Dieser kann dir je nach Reiseziel entsprechende Impfungen anbieten, damit du geschützt bist.

Hier erzählt eine junge Frau, wie sie an einer Gehirnentzündung erkrankt ist:

Frage: Wusste ihr, dass diese Krankheit so heimtückisch ist?

Quellen:

  1. Immo von Hattingberg: Entzündung des Gehirns. Springer-Verlag. Berlin 1955.
  2. Dyckhoff-Shen S: Herpes-simplex-enzephalitis. In: MMW-Fortschritt der Medizin Vol. 162. S.37-40. Berlin 2020.