April 10, 2021

CBD gegen Depressionen

Von Ioannes
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In Deutschland leiden schätzungsweise 5.3 Mio. Menschen an Depressionen, Experten vermuten jedoch, dass die Dunkelziffer viel höher liegt. Da viele Menschen sich schämen zum Arzt zu gehen, oder nicht akzeptieren wollen, dass sie an einer Depression erkrankt sind. Immer mehr Betroffene suchen nach alternativen Medikamenten, da die verschreibungspflichtigen Medikamente sehr viele Nebenwirkungen haben. Deswegen setzen immer mehr Patienten auf CBD gegen Depressionen, aber was kann der Wirkstoff wirklich? Diese Frage klären wir hier!

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Depression kann mit Cannabidiol behandelt werden
Bei einer depressiven Erkrankung kann die Einnahme von Cannabidiole nachweislich helfen. (Bildquelle: unsplash)

Ich bin Fachkraft für Altenpflege und schreibe hier über verschiedene Themen im medizinischen oder pflegerischen Feld. Da CBD seit neuestem auch in Deutschland legal ist, ist dieser Bericht heute von ganz besonderem Interesse für mich. Für meine Recherchen habe ich auch auf Fachliteratur zurückgegriffen, damit der Artikel ein wissenschaftliches Fundament bekommt.

Was sind Depressionen?

Bei Depressionen handelt es sich, um eine psychische Erkrankung. Der Betroffene verliert die Freude am Leben, ist grundlos traurig und hat auch häufig Schuldgefühle. Hinzu können Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Abgeschlagenheit kommen.

Hier geht es zu meinem Bericht wie CBD gegen Schlafstörungen helfen kann.

Welche Arten von Depressionen gibt es?

Eine Depression ist nicht gleich Depression, es gibt verschiedene Arten der Depression, diese habe ich hier für dich zusammengefasst:

  • Maskierte Depression: Häufig trifft dieser Art der Depression sehr perfektionistische Menschen, diese wirken nach außen hin sehr zufrieden und glücklich, sind jedoch von starken Versagensängsten gequält. Die Symptome sind meistens körperlicher Natur.
  • Bipolare Depression: Diese Art der Depression erfolgt meistens im Rahmen einer Bipolaren Störung, hier wechseln sich dann euphorische und depressive Phasen ab. Falls es nur die depressive Phase gibt, dann handelt es sich um eine unipolare Depression.
  • Altersdepression: Die Einschränkungen, Verluste und Krankheiten im Alter können eine reaktive Depression hervorrufen, fast 20% der Gesamtbevölkerung leiden an einer Altersdepression.
  • Saisonale Depression: Lange und dunkle Winter können bei einigen Menschen eine saisonale Depression hervorrufen, das hängt wahrscheinlich mit dem Mangel an Licht zusammen. Denn über das Tageslicht wird Vitamin-D aufgenommen, Forscher vermuten, dass ein Mangel dieses Vitamins zu einer Depression führen kann.
  • Burn-Out: Unsere Leistungsgesellschaft fordert bei vielen Menschen ihren Tribut, denn Dauerstress und viel Verantwortung können zu einer Erschöpfungsdepression führen. Betroffene Personen sind dann oftmals sehr gleichgültig und haben auch körperliche Beschwerden.

Welche Ursachen für deine Depression gibt es?

Eine Depression wird meistens von verschiedenen Ursachen ausgelöst, hier ist das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren wichtig. Im folgenden Abschnitt habe ich dir die verschiedenen Faktoren aufgeführt:

  • Veranlagung: Manche Menschen haben eine genetische Veranlagung an Depressionen zu erkranken, somit können belastende Situationen diese Krankheit auslösen, aber auch ohne ein belastendes Erlebnis kann es zu einer Depression kommen.
  • Charakterliche Merkmale: Oftmals leiden leistungsorientierte Menschen häufiger an einer Depression, denn solche Menschen machen sich sehr viel Druck und sind sehr streng zu sich selbst.
  • Psychosoziale Faktoren: Hierzu zählen verschiedene Ereignisse die mit einer Bezugsperson oder allgemein Menschen verknüpft sind wie Trennungen, Verluste (Tod), Beziehungsprobleme, Misshandlungen in der Kindheit etc.
  • Soziale Faktoren: Hierzu zählen Schicksalsschläge, oder neue Herausforderungen die nicht bewältigt werden können wie Arbeitslosigkeit, Eheleben etc.
  • Natürliche Faktoren: Lichtmangel im Winter etc.
  • Gesundheitliche Faktoren: Hormonelle Schwankungen und Gehirnfunktionsstörungen.

Welche Symptome hat eine Depression?

Folgende Symptome gibt es:

  • Antriebslosigkeit
  • Verlust von Interessen
  • Sozialer Rückzug
  • Schlafprobleme
  • Starke Ängste
  • Selbstzweifel
  • Unruhe
  • Konzentrationsprobleme
  • Bei manchen auch Aggressivität
  • Kein Empfinden von Freude mehr
  • Probleme mit dem Selbstwertgefühl

Ebenfalls kann es auch zu folgenden physischen Symptomen kommen:

  • Kopfschmerzen
  • Magenschmerzen
  • Probleme mit dem Herzen
  • Rückenschmerzen

Depression Diagnostik

Falls du Symptome einer Depression hast, solltest du dich unbedingt zu einem Psychotherapeut begeben. Dieser wird dann mit dir verschiedene Tests und Gespräche durchführen, um herauszufinden, ob du auch wirklich die Krankheit hast, oder ob es sich nur um eine depressive Phase handelt.

Für die Diagnose wird eine wissenschaftlich fundierte Befunderhebung durchgeführt werden, hierfür wird ein sehr intensives Anamnese-Gespräch zwischen dem Betroffenen und dem Arzt geführt. Der Arzt wird versuchen, das Krankheitsbild in deinen letzten Verhaltensweisen zu erkennen. Damit er auch sicher sein kann, dass sich nicht nur um eine normale Verstimmung handelt. Hierfür werden in manchen Fällen sogar Angehöriger befragt. Für die Auswertung nutzt der Arzt einen standardisierten Fragebogen.

Ebenfalls wird eine körperliche Untersuchung des Betroffenen veranlasst, damit der Psychotherapeut sicher gehen kann, dass die Symptome nicht einen anderen Grund haben, wie beispielsweise eine Erkrankung der Schilddrüse, oder eine Parkinson-Erkrankung.

Auch Senioren können von CBD profitieren, da diese im Alter auch häufig an Depressionen leiden.

CBD gegen Depressionen, wie wirkt es?

Serotonin spielt eine wichtige Rolle im Krankheitsbild der Depression, oftmals hängt diese Krankheit mit einem Serotoninmangel zusammen. Aber auch genetische Faktoren können die Krankheit begünstigen, in diesen Fällen ist oftmals der Serotonintransport gestört.

So hilft CBD gegen Depressionen:

Jeder Körper hat ein sogenanntes Endocannabinoid-System, dieses ist auch für die Regulierung des Glückshormons Serotonin zuständig. Für diese Regulierung sind die CB1-Rezeptoren innerhalb dieses Systems verantwortlich und genau auf diese Rezeptoren kann Cannabidiol einwirken und diese aktivieren. Somit soll CBD gegen Depressionen helfen können, allerdings liegen im Moment noch keine klinischen Studien vor.

CBD gegen Depressionen, was sagen Studien?

Momentan gibt es nur ein paar Studien zu dieser Thematik, eine von ihnen ist aus dem Jahr 2014 und wurde an Tieren durchgeführt. Hier wurde festgestellt, dass Cannabidiole eine antidepressive und angstlösende Wirkung auf die Tiere hatten.

Auch eine weitere Studie aus dem Jahr 2015 kam zu ähnlichen Ergebnissen, hier wurden auch erneut Tierversuche durchgeführt. Das Ergebnis nach verschiedenen Dosen von Cannabidiole war eindeutig, CBD konnte den Serotoninspiegel dieser Tiere (Ratten) erhöhen. Somit gehen Forscher davon aus, dass CBD gegen Depressionen helfen kann.

Im Jahre 2019 wurde dann auch eine Art Pilotprojekt durchgeführt, ein 17-Jähriger verzichtete für insgesamt 8 Wochen auf die Einnahme von Antidepressiva und Drogen. Stattdessen verabreichte man ihm CBD-Kapseln mit verschiedenen Dosierungen. Dadurch konnten seine depressiven Symptome nachweislich stark verbessert werden, sodass man eher von einer depressiven Verstimmung sprechen konnte, anstatt von einer starken Depression.

Welche Produkte und welche Dosierungen sind geeignet, wenn ich CBD gegen Depressionen nehmen möchte?

Prinzipiell solltest du immer die Applikationsform bevorzugen, die dir am meisten liegt, trinkst du gerne Tee, dann wäre ein Cannabidiol-Tee die richtige Lösung für dich. Wenn du Raucher bist, könnten sich auch Blüten oder Pollen für die eignen.

CBD-Öl

Das Öl ist ein sehr beliebtes Produkt, da es unglaublich schnell wirkt und die Dosierung sehr genau erfolgen kann. Deswegen greifen viele Menschen zu dieser Anwendungsform. Es gilt eine Faustregel zur Behandlung mit Depressionen, und zwar wird zu einer täglichen Dosierung zwischen 25 mg und 30 mg des Wirkstoffs geraten. Bei schwereren Menschen sollten die 30 mg als Dosierung angepeilt werden.

Pollen und Blüten

Diese Produkte werden in einem Joint oder Vaporizer geraucht. Hier fällt die Dosierung deutlich schwieriger aus, als beim Öl. Drehe dir einfach einen kleinen Joint und überprüfe danach, wie du dich fühlst. Falls es dir geholfen hat, dann hast du die richtige Dosierung gefunden. Wir empfehlen dir, nicht mehr als 0,5 Gramm in eine Dosierung zu packen.

Cannabidiol-Kapseln

Auch diese Anwendungsmethode ist sehr beliebt, allerdings braucht der Wirkstoff etwas länger, da der Magen die Kapseln aufspalten muss. Hier gilt auch der Richtwert zwischen 25 mg und 30 mg Cannabidiol am Tag. Auf der Verpackung steht die Potenz der Kapseln, orientiere dich bei der Dosierung hieran.

Cannabidiol-Tee

Aus den Blüten der Hanfpflanze kann auch Tee gekocht werden, allerdings ist hier eine Dosierung sehr schwierig einzuschätzen. Da beim Aufkochen der Blüten sehr viel Wirkstoff verloren gehen kann. Eine Faustregel besagt jedoch, auf 250 ml Wasser solltest du einen Löffel Tee aufkochen. Falls der erwünschte Effekt nicht eintritt, trink einfach eine weitere Tasse Tee.

Erfahrungen von Anwendern

Ich habe mich für diese Antwort in zahlreiche Foren eingelesen, um dir ein möglichst realistisches Ergebnis zu liefern. Denn dort findet man Erfahrungsberichte von echten Menschen, die sich dort austauschen. Viele Patienten hatten die Meinung, dass ihnen das Cannabidiol geholfen hat. Sie konnten nicht genau beschreiben wie, allerdings beschrieben sie häufig eine aufgelockerte Stimmung.

CBD gegen Depressionen ist eine gute Lösung
Die beliebteste Anwendungsform ist das Öl aus der Hanfpflanze. (Bildquellen unsplash)

Jedoch war auch einige Menschen nicht besonders begeistert, diese meinten, dass sie nur eine geringe Wirkung gespürt hätten, jedoch keine wesentliche Veränderung an ihrer Stimmung feststellen konnten.

Welche Nebenwirkungen können entstehen?

Die Liste der Nebenwirkungn ist nicht besonders lang und oftmals sind diese auch schon nach einigen Stunden abgeklungen. Folgende Nebenwirkungen sind typisch:

  • Trockener Mundinnenraum
  • Müdigkeit
  • Niedriger Blutdruck
  • Durchfall

Welche Vor- und Nachteile hat eine Behandlung mit CBD gegen Depressionen?

Pros
  • Pflanzlicher Wirkstoff
  • Nicht verschreibungspflichtig
  • Studien haben Wirksamkeit bestätigt
  • Mehrere Einnahmemöglichkeiten
Cons
  • Keine klinischen Studien
  • Dosierung ist etwas kompliziert
  • Es können Wechselwirkungen mit Medikamente auftreten

Quellen

  1. Liat S. et al: Effects of cannabidiol in males and females in two different rat models of depression, Internetquelle: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0028390815302136
  2. Laczkovics C et al: Cannabidiol treatment in an adolescent with multiplesubstance abuse, social anxiety and depression, Internetquelle: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s40211-020-00334-0.pdf. 2021.
  3. Wolfersdorf M: Depressionen verstehen und bewältigen. Berlin-Heidelberg. 2011.