März 3, 2021

Darmpolypen

Von Ioannes
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Heute geht es um das Thema Darmpolypen, diese sind eine Veränderung der Darmschleimhaut und können sogar zu ernsthaften Erkrankungen wie Darmkrebs führen.

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Darmpolypen verursachen Krebs
Eine regelmäßige Darmspiegelung, um Polypen im Darm zu erkennen ist wichtig. So kann Darmkrebs verhindert werden. (Bildquelle: unsplash.com/national cancer institute)

Ich bin Fachkraft für Altenpflege und teile hier auf dieser Seite mein Wissen mit euch. In diesem Artikel gehe ich auf die Symptome, Ursachen, Gründe und Behandlungsmöglichkeiten von Darmpolypen ein. Viel Spaß beim Lesen!

Was sind Darmpolypen?

Darmpolypen sind eine Veränderung der Schleimhautstruktur, diese Schleimhäute sitzen in den Hohlräumen des Darms. Durch die Polypen wird die Darmschleimhaut stoppelig.

Oftmals lassen sich diese Polypen im Dick- und Enddarm finden. Sie entstehen aus Drüsengewebe und bilden dann sogenannte Adenome. Diese Adenome sind gutartig, können aber in Krebsgewebe umgewandelt werden.

Warum sind Darmpolypen erst mit 4 cm gefährlich?

Darmpolypen werden generell als nicht gefährlich angesehen, bis sie eine bestimmte Größe erreichen. Das Risiko, dass sich Darmpolypen zu Darmkrebs entwickeln, steigt mit ihrer Größe an. Polypen, die größer als 10 mm (1 cm) sind, haben ein signifikant höheres Risiko, sich zu Krebs zu entwickeln. Dieses Risiko nimmt weiter zu, je größer der Polyp wird, insbesondere bei Größen über 30 mm (3 cm).

Die Größe der Polypen ist deshalb ein wichtiger Faktor, weil mit zunehmender Größe auch die Wahrscheinlichkeit für schnelleres und unkontrollierteres Wachstum steigt. Kleinere Polypen, die weniger als 5 mm groß sind, werden als “diminutiv” bezeichnet und haben ein geringeres Risiko, krebsartig zu sein. Im Vergleich dazu sind größere Polypen, fast so groß wie der Daumen eines Erwachsenen, gefährlicher, da sie eine höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, sich zu Krebszellen zu entwickeln.

Zusätzlich zur Größe spielen auch die Form und das Wachstumsmuster der Polypen eine Rolle bei der Einschätzung des Krebsrisikos. Bestimmte Polypenarten, wie sessile Polypen, die flach auf der Darmwand wachsen, und pedunkulierte Polypen, die an einem Stiel hängen, können unterschiedliche Risiken bergen. Die mikroskopische Untersuchung von entfernten Polypen gibt Aufschluss über das Vorhandensein von Dysplasie, einem Zustand, der auf zellulärer Ebene das Krebsrisiko anzeigen kann.

Es ist daher wichtig, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wie Koloskopien durchzuführen, insbesondere ab einem Alter von 45 Jahren oder früher bei Personen mit einem höheren Risikoprofil. Die Entfernung von Polypen während einer Koloskopie ist ein entscheidender Schritt zur Verhinderung der Entwicklung von Darmkrebs.

Darmpolypen Häufigkeit

Bei älteren Menschen kommen Darmpolypen wesentlich häufiger vor als bei jungen Menschen. Somit kann gesagt werden, dass im Alter die Wahrscheinlichkeit an Darmpolypen zu erkranken, sich drastisch erhöht. Immerhin haben bei den Menschen über 70 Jahre fast mehr als die Hälfte Darmpolypen.

Aber auch bei der jüngeren Generation konnte ein Anstieg der Darmpolypen verzeichnet werden, das liegt vor allem an der modernen Ernährung mit viel Zucker und kurzkettigen Kohlenhydraten. Wer viele zuckerhaltige Softdrinks in seiner Jungend konsumiert hat, hat ein besonders hohes Risiko Darmpolypen zu bekommen.

Darmpolypen verhindern

Eine gesunde Ernährung und gesunde Lebensweise kann nachweislich helfen, Darmpolypen zu verhindern. Insbesondere Menschen, die eine genetische Vorbelastung haben, sollten sich an diesem Vorgehen orientieren und sehr genau auf ihre Ernährung achten und vor allem zuckerhaltige Getränke meiden.

Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung sollte im Vordergrund stehen, hier hilft es, viel Obst und Gemüse zu konsumieren. Pflanzliche Ballaststoffe eigenen sich hervorragend dazu, den Darm zu stärken und Damrpolypen zu verhindern. Diese sollten deshalb in die alltägliche Ernährung unbedingt inkludiert werden.

Folgende Lebensmittel enthalten besonders viele pflanzliche Ballaststoffe:

  • Alle Kohlarten
  • Kartoffeln
  • Karotten
  • Bohnen und Linsen
  • Nüsse
  • Verschiedene Samen

Diese Lebensmittel sind super gesund und nicht wirklich teuer, von daher kann sie jeder in seine Ernährung einbinden und von den gesunden Effekten profitieren. Diese Lebensmittel sind auch gut gegen Darmverstopfung.

Die verschiedenen Darmpolyp-Typen

Es gibt verschiedene Polypen-Arten, welche im Darm entstehen können. Eine kleine Auflistung findest du hier:

  • Adenome: Diese entstehen ohne erkennbare Ursache und machen ungefähr 70% aller Polypenarten aus.
  • Hamartomatöse Polypen: Sind meistens entzündlich bedingt und entstehen aus hamartösen Polypen.
  • Hyperplastische Polypen: Hier findet einfach nur eine Vermehrung der oberen Schleimhautzellen statt.

Darmpolypen Stuhlgang

Leider verursachen die Polypen oftmals keine wirklichen Symptome, sie werden in den meisten Fällen von Ärzten während einer Darmspiegelung entdeckt. Es gibt jedoch zwei Symptome, die auf Darmpolypen hinweisen können, diese haben beide mit dem Stuhlgang zu tun:

  • Veränderungen im Stuhlgang: Ist der Stuhlgang schleimig, dann kann dies ein Zeichen für Polypen sein.
  • Blutiger Stuhlgang: Ist der Stuhlgang rötlich verfärbt, dann kann dies auch ein Hinweis auf entstandene Veränderungen im Darm sein. Das Blut ist jedoch auf oftmals nicht zu sehen, es treten jedoch dann Symptome wie Blutarmut oder Schwindel auf.

Ursachen für die Entstehung

Da sich die Dickdarmschleimhaut ständig regeneriert, kann es bei dieser Regeneration zu Mutationen im Erbmaterial kommen. Diese Fehler versucht der Körper natürlich auszugleichen, manchmal gelingt das jedoch nicht und es kommt zu Veränderungen in der Schleimhaut.

Dadurch kann es zu einer schnellen Vermehrung dieser Darmpolypen kommen. Diese schnell wachsenden Mutationen können Darmkrebs begünstigen.

Genetische Veranlagung

Bei manchen Menschen besteht eine genetische Veranlagung zur Entstehung von Polypen, diese kann entweder ohne jeglichen Grund auftreten, oder sie wurde von einem Verwandten vererbt. Hier wachsen dann die Darmpolypen schon im frühen Alter.

(FAP) Familiäre adenomatöse Polyposis

Bei dieser genetischen Veranlagung wachsen die Polypen im gesamten Darm aus dem Drüsengewebe. Hier ist das Wachstum genetisch bedingt, allerdings kann es auch als Mutation auftreten ohne jeglichen Bezug zu den Verwandten.

Viele Patienten haben hier schon in sehr jungen Jahren etwa ab dem 13. Lebensjahr Darmpolypen, diese können sogar bis in den Magen hineinreichen. Häufige Beschwerden sind Bauchweh, Durchfall und ein blutiger Stuhlgang mit Schleim.

Falls du an einer familiären adenomatösen Polyposis leidest, solltest du einmal jährlich zum Arzt gehen und dich durchchecken lassen. Denn es besteht ein erhöhtes Krebsrisiko!

(MAP) MUTYH-assoziierte Polyposis

Die MAP ist ein Gendefekt, welcher vererbt wird, hier treten Dickdarmpolypen früher und häufiger auf. Allerdings sind sie nicht so aggressiv vertreten wie bei der familiär adenomatösen Polposis.

Allerdings wird diese Krankheit rezessiv vererbt, das bedeutet, das Gen kann von einer Person getragen werden, ohne dass diese daran erkrankt. Wenn beide Elternteile jeweils ein mutiertes Gen an eines ihrer Kinder weitergeben, besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit (zwischen 80-100%), dass das Kind Darmkrebs bekommt.

Hamartomatöses Polyposis-Syndrom

Hier können Geschwüre fast überall im Körper entstehen, diese sind die Folge von verändertem Keimgewebe. Diese Zellen stammen aus der Embryonalentwicklung und unterscheiden sich im Aufbau von der normalen Darmschleimhaut.

Diese Arten von hamartomatösen Polyposis-Syndromen gibt es:

  • Cowden-Syndrom: Hier gibt es sehr viele Polypen im Darm und im Magen, die Veränderungen können auch auf der Haut auftreten, betroffene Personen haben häufig Schilddrüsenerkrankungen, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko und ein erhöhtes Darmkrebsrisiko.
  • Peuts-Jeghers-Syndrom: Hier treten häufig Polypen im Dünndarm auf und das Darmkrebsrisiko ist um 40% erhöht. Es kann aber auch zu Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brust- und Eierstockkrebs kommen.

Darmpolypen Entfernung

Es wird sehr häufig eine Darmspiegelung gemacht und dort werden die Polypen dann entfernt, da sie sich ansonsten zu Krebs weiterentwickeln können.

Diese Methode funktioniert nur dann, wenn die Polypen noch nicht allzu breit auf der Schleimhaut sitzen. Ist das jedoch der Fall, dann muss der Arzt eine Darmspiegelung mit kleiner OP durchführen.

Sind die Polypen jedoch sehr groß, müssen sie oftmals durch die Bauchdecke entfernt werden. Besteht eine genetische Veranlagung für Polypen und somit Darmkrebs, wird in manchen Fällen ein Teil des Dickdarms präventiv entfernt.

Hier hat ein Patient seine Darmspiegelung gefilmt und es wurde ein Polyp entdeckt:

Warum Vorsorge so wichtig ist

Falls du in deiner Familie jemanden hattest, der an Darmkrebs erkrankt ist, solltest du unbedingt regelmäßig zum Gastroenterologen gehen. Dieser wird dir dann sagen, in welchen Abschnitten eine Darmspiegelung für dich richtig ist.

Ebenfalls solltest du weniger Fleisch, Zucker, Alkohol und Fett konsumieren. Dadurch minimierst du das Risiko einer Polypenbildung enorm.

Darmpolypen OP Nachblutung wie lange?

Insgesamt haben nur 1% aller behandelten Patienten Nachblutungen, da das Verfahren zur Entferung eines Darmpolypen sehr ausgereift und schonend ist. Allerdings kommt es bei einigen Patienten leider zu Nachblutungen. Diese sind in der Regel harmlos, sollten jedoch vom Arzt ausreichend beobachtet werden.

Die Nachblutungen bei Darmpolypen gehen normalerweise 10-12 Tage, dieser Zeitraum ist völlig normal und stellt kein gesundheitliches Risiko für den Patienten dar.

Sind die Nachblutungen allerdings nach 2 Wochen nach der OP immer noch nicht verschwunden, solltest du deinen Arzt umgehend kontaktieren. Dieser wird weitere Behandlungsschritte einleiten. In den meisten Fällen können die Nachblutungen mit einer Nachbehandlung schnell eliminiert werden.

Frage: Wusstet ihr, dass Polypen Darmkrebs verursachen können?

Quellen:

  1. Piper W: Innere Medizin. Berlin, Heidelberg 2007.
  2. Renz-Polster H.: Basislehrbuch innere Medizin, München 2004.