März 6, 2021

Darmverschluss Symptome und Ursachen

Von Ioannes
Print Friendly, PDF & Email

Hallo und willkommen zu bei pflege-thematik, heute geht es um das Thema Darmverschluss. Bei dieser Krankheit gelangen die Nahrungsreste nicht mehr durch den Darm. Hier erfährst du alles über die Darmverschluss Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Teile diesen Beitrag

Darmverschluss-unangenehm
Bei einem Verschluss im Darm kommt es zu starken Bauchschmerzen. (Bildquelle: unsplash.com/Christian Newman)

Ich habe eine Altenpflegeausbildung absolviert und dort vor Ort schon ein paar mal einen Darmverschluss bei Bewohnern gesehen. Eins vorweg gesagt, bei einem Verschluss des Darms musst der Betroffene unbedingt ins Krankenhaus! Warum erfährst du in diesem Artikel, viel Spaß beim Lesen!

Was ist ein Darmverschluss?

Ein Darmverschluss auch Ileus genannt, liegt dann vor, wenn der Darmdurchgang teilweise oder komplett blockiert ist. Denn durch diesen Stau der Nahrungsreste dehnt sich der Darm enorm aus und kann sogar reißen.

Darüber hinaus sind die Überreste im Darm ein gefundenes Fressen für Bakterien, diese können dann in den Blutkreislauf übertreten und eine Blutvergiftung verursachen. Auch können wegen der Blockade die Elektrolyte nicht mehr in den Blutkreislauf gelangen.

Welche Darmverschluss Symptome gibt es?

Je nach Ursache unterscheiden sich auch die Darmverschluss Symptome. Hier wird unterschieden zwischen einer mechanischen Darmverschließung und einem paralytischen Verschluss.

Symptome bei einer mechanischen Darmverschließung

  • Starke Übelkeit und Erbrechen
  • Aufgeblähter Bauch
  • Krampfhafte Bauchschmerzen, welche in Intervallen ab- und zunehmen
  • Fieber
  • Schneller Herzschlag
  • Unterdrückung von Stuhl- und Darmgasen

Symptome eines paralytischen Darmverschlusses

  • Erbrechen und Übelkeit
  • Lähmung des Darms ohne Geräusche
  • Langanhaltende Bauchschmerzen
  • Es kann zum Erbrechen von Stuhlgang kommen
  • Stark aufgeblähter Bauch

Kann ein Darmverschluss ein Anzeichen für Krebs sein?

Ja in manchen Fällen kann ein Darmverschluss auch mit einer Krebserkrankung zusammenhängen, folgende Ursachen haben dann den Darmverschluss verursacht:

  • Darm wird durch einen wachsenden Tumor im inneren immer mehr blockiert
  • Ein Tumor von außerhalb des Darms drückt durch seine Größe den Darm ein, dadurch entsteht ein Verschluss
  • Während einer Krebserkrankung können Stoffe gebildet werden, die lähmend auf den Darm wirken
  • Die Krebserkrankung kann auch die Darmtätigkeit negativ beeinflussen, da die Nervenzellen beeinträchtigt werden.

24% aller Tumoren im Magen-Darm-Raum verursachen einen Darmverschluss, bei einem Tumor in den Eierstöcken entwickeln etwas über 40% der Patientinnen einen Ileus.

Welche Darmverschluss Ursachen gibt es?

Bei den Ursachen für Darmverschluss muss auch wieder zwischen einem mechanischen Ileus unter einem paralytischen Verschluss unterschieden werden.

Mechanischer Ileus

Folgende Ursachen gibt es für eine mechanische Verschließung des Darms:

  • Abschnürung der Blutgefäße im Darm: Das passiert beispielsweise bei einem Leistenbruch und ein Stück Darm in der Bruchpforte eingeklemmt wird.
  • Verlegung des Darmlumens: Hier wird der Darmdurchgang durch einen Tumor, Fremdkörper, harte Kotsteine, oder einen großen Gallenstein blockiert.
  • Einengung des Darmlumens von außen: Verwachsungen oder Tumoren im Bauchraum können von außen auf den Darm drücken und diesen verschließen.
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Diese chronischen Krankheiten können auch Veränderungen im Darm verursachen und damit zum Verschluss führen.

Paralytischer Ileus

Die Ursachen für eine paralytische Verschließung des Darms beeinträchtigen eher die Darmmuskulatur, hier ist nicht die Blockade durch eine Fremdeinwirkung der ausschlaggebende Punkt.

Primär paralytischer Ileus

Diese Lähmungen entstehen oftmals durch Blutgerinnsel, welche vor Ort gebildet werden. Diese Blutgerinnsel verursachen Gefäßverschlüsse und können somit Lähmungen in der Muskulatur.

Sekundäre paralytischer Ileus

In diesem Fall wird die Darmmuskulatur durch mechanische Reize blockiert, das können schwere Baucherkrankungen sein (Blinddarmentzündung), oder eine Operation.

Hilft ein Einlauf bei einem Darmverschluss?

Ein Einlauf kann bei einem paralytischen Darmverschluss helfen, die Darmmotorik wieder in Gang zu bringen. Ein Einlauf und andere Medikamente sind wohl die sanfteste From der Behandlung. Der Einlauf gegen den Darmverschluss ist nur dann wirksam, wenn der Ileus rechtzeitig erkannt wurde. Ist schon einige Zeit vergangen, dann muss in der Regel operiert werden.

Über den Anus wird bei einem Einlauf Flüssigkeit in den Darm befördert, diese Flüssigkeit fließt anschließend in den Darm und soll die verstopfte Stelle mit dem Wasserdruck befreien. Dieses Prozedere kann sich auf den ersten Blick ziemlich unangenehm anfühlen, ist jedoch im Vergleich zur Operation die sanftere Methode.

Darmverschluss Tumor

Ein Darmverschluss kann ein Indiz für Darmkrebs sein, allerdings äußert sich ein Tumor im Darm, durch spezielle Symptome und durch Bleistiftstuhl. Das bedeutet, dass der Tumor im Darm so groß geworden ist, dass der Stuhl in einer sehr dünnen und länglichen Form austritt. In der Fachsprache wird hier von Bleistiftstuhl gesprochen.

Ebenfalls wirst du im Stuhlgang Blut erkennen können, das Blut im Stuhl wird noch relativ frisch sein und eine rötlich-schleimige Konsistenz aufweisen. Falls du diese Symptome nicht hast, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass dein Darmverschluss mit einem Tumor zusammenhängt.

Darmverschluss röntgen

Damit ein Darmverschluss diagnostiziert werden kann, muss der Darm in der Regel geröntgt werden, es gibt auch ein Verfahren mittels Computertomographie. Vor dem Röntgen wird ein Einlauf veranlasst, in der Flüssigkeit des Einlaufs befindet sich oftmals ein Kontrastmittel. Dieses wird dann über den Anus in den Darm eingeführt.

Anschließend wird geröntgt, dank des Kontrastmittels lässt sich nun leichter und besser erkennen, an welcher Stelle der Ileus. Somit kann der Arzt den Ileus besser lokalisieren und die Behandlung kann präziser durchgeführt werden. Zusätzlich zu den Röntgenaufnahmen findet auch noch ein Ultraschall statt. Dieser soll Gasansammlungen sichtbar machen.

Ileus durch Leistenbruch

Dass ein Leistenbruch einen Darmverschluss verursacht, ist in den meisten Fällen sehr unwahrscheinlich. Es gibt jedoch ein paar Fälle, in denen dies schon einmal vorgekommen ist. Durch den Leistenbruch, sind Teile der Leiste so verschoben worden, dass sie einige Teile des Darms stark eingequetscht haben.

Dadurch ist es dann zu einem Ileus gekommen, die eingequetschte Stelle schmerzt häufig unglaublich stark. Begleitet wird diese Art des Ileus durch Übelkeit und Erbrechen.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Bei jeglicher Art von Darmverschluss solltest du unbedingt ins Krankenhaus fahren. Dort wird dann eine entsprechende Therapie eingeleitet. Es gibt konservative Behandlungsmethoden und operative Behandlungsmethoden.

Konservative Behandlungsmethoden

Zuerst muss der Patient auf Essen und Trinken verzichten. Danach wird eine Magensonde eingeführt, um den zurückgestauten Inhalt des Darmes abzuleiten. Es werden auch über Infusion Nährstoffe und Medikamente verabreicht, damit der Körper gestärkt wird und die Übelkeit unterdrückt wird.

Operative Behandlungsmethoden

Eine OP muss dann durchgeführt werden, wenn der Darm stark abgeschnürt ist, oder bei einem Dickdarmverschluss. Falls eine OP nicht möglich ist, wird ein künstlicher Darmausgang gelegt.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Der Arzt tastet für gewöhnlich den Bauch ab und überprüft, ob die Bauchmuskulatur verhärtet ist. Ebenfalls wird der Bauch mit einem Stethoskop abgetastet. Bei Geräuschen im Bauch handelt es sich um einen mechanischen Verschluss des Darms bei keinen Geräuschen ist es ein paralytischer Ileus.

Durch einen Ultraschall oder eine Röntgenuntersuchung kann der genaue Ort des Darmverschluss identifiziert werden, manchmal hilft auch eine Computertomografie.

Hier ein Video zur Thematik:

Frage: Hättet ihr gedacht, dass ein Ileus so gefährlich sein kann?

Quellen

  1. Richter H, Blümel G.: Ileus: Symposium Marburg. Stuttgart 1978.
  2. Piper W: Inner Medizin. Heidelberg Berlin 2007.