Januar 9, 2021

Dekubitus

Von Ioannes

Hallo und herzlich willkommen auf meiner Seite, hier erfährst du alles Wichtige rund um das Thema Pflege, somit bist du immer auf dem neuesten Stand. Dieser Artikel soll dich darüber aufklären, was ein Dekubitus ist und wie er entsteht.

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Blogbeitrag Bild Dekubitus
Insbesondere bettlägerige Personen sind enorm gefährdet, ein Druckgeschwür zu bekommen. (Bildquelle: unsplash.com/ Kim Ui Jin)

Ein Dekubitus entsteht immer dann, wenn eine Person zu lange auf einer Hautpartie liegt, woran du die Entstehung erkennen kannst und was du dagegen machen kannst, erfährst du hier in diesem Artikel!

Definition

Ein Dekubitus ist eine lokale Schädigung der Haut und/oder des darunter liegenden Gewebes, häufig kommen diese Schädigungen an sehr knöchernen Stellen vor. Entstehen tut ein Dekubitus durch Druck oder Scherkräfte.

Ein anderes Wort für Dekubitus ist auch Druckgeschwür, diese Geschwüre könne unterschiedlich groß sein und verschiedene Stadien erreichen. Eine Heilung kann sich über mehrere Monate ziehen, teilweise bleiben die Wunden auch offen und müssen immer spezielle behandelt werden.

Wie Entsteht ein Druckgeschwür?

Der Name Druckgeschwür verrät dir schon, wie diese Wunde entsteht, nämlich durch Druck. Unter solchen Wunden leiden meistens Patienten, die in ihrer Bewegung komplett eingeschränkt sind. Diese Menschen können meistens keine Ausgleichsbewegungen mehr machen und liegen sehr lange auf einer Körperstelle auf.

Leider gibt es keinen genauen Zeitraum, der festlegt, ab wann ein Dekubitus entsteht. Jedoch gibt es zwei Mechanismen, die für die Entstehung eines Dekubitus verantwortlich sind.

Direkter Deformationsschaden:Darunter versteht man direkten Druck, der über einen gewissen Zeitraum die Zellen verformt, bis eine Nekrose entsteht.
Komprimierung von Blut- und Lymphgefäßen:Durch diesen Druck werden die Gefäße verändert, dadurch können sie das Gewebe nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

Welche Körperstellen sind besonders gefährdet?

Ein Dekubitus entsteht besonders an Körperstellen, die durch Knochenvorsprünge gekennzeichnet sind, oder an denen sich nur eine geringe Auspolsterung durch Muskel- und Fettgewebe befindet. Hier eine kleine Liste:

  • Hinterkopf
  • Steißbein
  • Rücken
  • Fersen
  • Knöchel
  • Schulterblätter

Welche Risikofaktoren gibt es?

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Entstehung eines Dekubitus fördern können. Hier unterscheidet man zwischen Faktoren die vom Patienten selbst abhängig sind, oder von der Umwelt abhängig sind.

Umweltabhängige Riskofaktoren:

  • Lagerung des Pflegebedürftigen: Eine korrekte Lagerung minimiert das Risiko, eine falsche Lagerung hingegen begünstigt die Bildung eines Dekubitus.
  • Medikamente: Sedierende Medikamente begünstigen die Dekubitusbildung, da sie die Mobilität hemmen.
  • Verbände: Sehr enganliegende Verbände üben enormen Druck auf die Haut aus.
  • Auflagefläche: Eine harte Auflagefläche fördert ebenfalls die Geschwürbildung.
  • Katheter und Sonden: Alle Arten von körpernahen Fixierungen liegen stetig auf der Haut auf und können somit zu Nekrosen führen.

Personenabhängige Risikofaktoren:

  • Gewicht: Sehr dünne oder sehr dicke Menschen haben ein erhöhtes Dekubitusrisiko, da anatomische und physikalische Missverhältnisse entstehen.
  • Alter: Ältere Patienten neigen zu einem erhöhten Druckgeschwürrisiko, da die Haut verletzlicher und trockener ist, sie sich meistens schlechter bewegen können und sie eine schlechtere Wundheilung haben.
  • Inkontinenz: Die Ausscheidungen in einer Einlage wirken schädigend auf die Haut, dadurch ist diese anfälliger für ein Geschwür.
  • Stoffwechselerkrankungen: Gewisse Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes fördern die Entstehung eines Dekubitus, da Nerven verändert werden und Gefäße angegriffen werden.
  • Immobilität: Der größte Risikofaktor ist ganz klar die Immobilität, denn durch eine eingeschränkte Beweglichkeit liegt der Betroffene immer auf derselben Stelle auf, dadurch kommt es zu einem Dekubitus.

Wie kann ein Dekubitus verhindert werden?

Du solltest bei einer bettlägerigen Person immer auf eine fachgerechte Lagerung achten. Falls ein ambulanter Pflegedienst deinen Angehörigen betreut, werden diese erst eine Risikoerhebung machen und anschließend einen Lagerungsplan erstellen.

Hier ein Video für dich rund ums Thema Dekubitus:

Hier in diesem Artikel findest du meine Anleitung, wie du deinen Angehörigen selbst lagern kannst. Falls dein Angehöriger bettlägerig ist und bewegungseingeschränkt, kannst du ihn damit fachgerecht lagern.

Gibt es verschiedene Stadien von Druckgeschwüren?

Insgesamt gibt es vier Dekubitusstadien, in der folgenden Tabelle findest du die Erklärungen, damit du weißt, wie du sie unterscheiden kannst:

Stadium 1:Bei einem Fingerdruck-Test bleibt die Haut rot, es können sich auch Ödeme gebildet haben. Weitere Symptome sind Verhärtungen, lokale Überwärmung und verfärbte Haut.
Stadium 2:Hier liegt ein Teilverlust der Haut vor, sowie Hautabschürfungen.
Stadium 3:Nun sind auch tiefere Hautschichten betroffen und subkutanes Gewebe kann bereits abgestorben sein.
Stadium 4:Alle Hautschichten sind zerstört worden, parallele Strukturen wie Knochen und Gewebe sind nun auch betroffen.

Frage: Seid ihr schon einmal mit einem Dekubitus in Kontakt gekommen?