März 10, 2021

Eierstockkrebs

Von Ioannes

Herzlich willkommen auf pflege-thematik, heute geht es um das Thema Eierstockkrebs. Leider wird diese Krankheit häufig erst im späteren Stadium entdeckt, in der Zeit hat sich der Krebs schon bis in die Bauchhöhle ausgebreitet. In diesem Artikel kläre ich dich über die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten auf.

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Eierstockkrebs OP
Krebs in den Eierstöcken muss fast immer operiert werden. (Bildquelle:unsplash.com)

Ich bin Fachkraft für Altenpflege und blogge hier über verschiedene medizinische und pflegerische Themen. Die verschiedenen Krankheiten und Pflegemaßnahmen versuche ich, immer so einfach wie möglich zu erklären. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

Was ist Eierstockkrebs?

Eierstockkrebs auch Ovarialkarzinom genannt, ist immer dann gegeben, wenn ein bösartiger Tumor in den Eierstöcken gefunden wird. Die Eierstöcke liegen rechts und links neben der Gebärmutter. Bei fast der Hälfte aller Fälle sind beide Eierstöcke vom Krebs befallen. Bei einem Ovarialkarzinom kommt es sehr schnell zu Metastasen, diese können sich in der Bauchhöhle und dem Bauchfell ansiedeln.

Oftmals sind ältere Frauen von dieser Krebsart betroffen, die meisten Frauen haben die Wechseljahre schon hinter sich gelassen, wenn sie an Eierstockkrebs erkranken. Nach dem Brustkrebs ist der Krebs in den Eierstöcken die zweithäufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane.

Anzeichen Eierstockkrebs

Folgende Anzeichen können auf ein bevorstehendes, oder bereits vorhandenes Ovarialkarzinom hinweisen, treten diese Frühsymptome bei der gehäuft auf, solltest du unbedingt zum Gynäkologen gehen, damit dort weitere Untersuchungen veranlasst werden können:

  • Blähungen und Verstopfung: Treten diese gehäuft auf und ohne jeglichen Grund, solltest du eine Vorsorgeuntersuchung bei deinem Frauenarzt machen.
  • Atemprobleme: Schwerfälliges Atmen und Atemnot können auf einen bereits bestehenden Tumor hinweisen.
  • Übergeben: Auch häufige Übelkeit mit Erbrechen können Frühsymptome auf eine Krebserkrankung sein.
  • Unregelmäßiger Stuhlgang: Stuhlgang erfolgt nicht mehr regelmäßig, er erfolgt sehr verzögert oftmals um ein paar Tage und ist mit Verstopfung verbunden.
  • Unregelmäßiger Zyklus: Veränderungen oder Aussetzung des weiblichen Zyklus können auch erste Anzeichen für ein Ovarialkarzinom sein.

Welche Symptome gibt es?

Leider wird der Eierstockkrebs in den meisten Fällen erst entdeckt, wenn er sich auch in der Bauchhöhle ausgebreitet hat. Diese Symptome weisen auf Metastasen in der Bauchhöhle hin:

  • Leistungsschwäche: Die Betroffene fühlt sich erschöpfter und müder als gewöhnlich.
  • Übermäßig viel Bauchwasser: Durch dieses Bauchwasser ist der Bauch immer angeschwollen, obwohl die Betroffene auch an Gewicht verliert.
  • Blutungen: Obwohl die Betroffene schon in den Wechseljahren war, hat sie plötzlich wieder Blutungen.
  • Druck im Unterbauch: Es breitet sich ein starkes Druckgefühl im Unterbauch aus, Übelkeit kann auch aufkommen.
  • Fieber und Schweißausbrüche in der Nacht: Diese Symptome treten eher im Spätstadium auf.

Symptome in den Lymphknoten

Schreitet die Krankheit ins dritte Stadium fort, weiten sich die Metastasen von der Bauchhöhle in die Lymphknoten aus. Dadurch schwellen dann die Lymphknoten an, diese können schon mal mehrere Zentimeter dick werden und sind von außen her direkt zu erkennen. Zum Arzt solltest du gehen, wenn die Lymphknoten nach einiger Zeit immer noch nicht abgeschwollen sind.

Risikofaktoren für ein Ovarialkarzinom

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko, für Eierstockkrebs:

  • Unfruchtbarkeit
  • Kinderlosigkeit
  • Brustkrebs
  • Adipositas
  • Hohes Alter
  • Künstliches Auslösen von Eisprüngen
  • Hormontherapie (Östrogen)

Es gibt jedoch nicht nur Faktoren, die ein Krebsrisiko begünstigen, sondern auch welche die es minimieren:

  • Schwangerschaft und Stillen
  • Sport
  • Entfernung der Gebärmutter
  • Eileiterunterbindung
  • Entfernung der Eileiter und der Eierstöcke

Welche Ursachen für Eierstockkrebs gibt es?

Ein Ovarialkarzinom entsteht hauptsächlich aus Zellen, die einfach unkontrolliert wachsen, daraus entstehen auch Metastasen, die sich dann auf anderer Körperregionen ausbreiten. Leider ist der Grund für dieses unkontrollierte Wachstum nicht wirklich bekannt. Allerdings können genetische Faktoren für die Auslösung verantwortlich gemacht werden, denn diese Krebsart tritt in einigen Familien häufiger auf als in anderen.

Auch Frauen, die später zum ersten Mal ihre Periode bekommen haben als andere Frauen, leiden seltener an Eierstockkrebs. Ebenfalls haben Frauen die bereits mal schwanger gewesen sind ein viel geringeres Risiko, an einem Ovarialkarzinom zu erkranken.

Umwelt und Genetik

Die Umwelt und Genetik können das Risiko für ein Ovarialkarzinom erheblich steigern, denn Übergewicht und eine schlechte Ernährung sind mögliche Faktoren für ein gehäuftes Vorkommen von Krebs in den Eierstöcken. Auch Frauen mit einer Veränderung der Gene BRCA1 und BRCA2 haben ein größeres Risiko für Eierstockkrebs.

Eierstockkrebs Diagnose

Eine endgültige Diagnose für ein Ovarialkarzinom kann leider erst nach einer Operation gestellt werden, vorher können nur die Symptome gedeutet werden. Ebenfalls lässt sich auch das Tumorstadium erst nach der Diagnose feststellen. Falls der Verdacht auf eine Eierstockkrebserkrankung besteht, führt der Arzt folgende Untersuchungen durch:

  • Tastuntersuchung: Hierbei handelt es sich um keine eigenständige Untersuchung, sondern um einen Bestandteil der gynäkologischen Krebsfrüherkennung. Diese Tastuntersuchung kann jedoch auch krebsbedingte Veränderungen der Eierstöcke erkennen. Auf die gynäkologische Krebsfrüherkennung haben alle Frauen ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch.
  • Ultraschall: Es wird eine Ultraschallsonde in die Scheide eingeführt, wodurch das Volumen der Eierstöcke im Inneren sichtbar gemacht werden soll und etwaige Veränderungen und Vergrößerungen erkannt werden sollen. Allerdings wird diese Vorsorgeuntersuchung nicht von der Krankenkasse gezahlt. Eine weitere Ultraschalluntersuchung des Bauches wird auch durchgeführt, hier soll untersucht werden, ob auch andere Organe wie beispielsweise Leber, Niere und Milz von Metastasen betroffen sind.

Verdacht auf ein Ovarialkarzinom hat sich bestätigt, was jetzt?

Hat sich de Verdacht durch verschiedene Untersuchungen erhärtet, dann wird eine Laparotomie durchgeführt, hier wird dann die Bauchhöhle geöffnet und eine Gewebeprobe des Tumors entnommen, um sie unter dem Mikroskop zu begutachten. Nach diesem Eingriff weiß der Arzt, ob eine Krebserkrankung vorliegt und ob auch andere Teile des Körpers von den Krebszellen befallen wurden.

Gutartige Tumore der Eierstöcke

Auch wenn im Ultraschallbild ein Tumor entdeckt wurde, muss er nicht zwangsweise bösartig sein, denn die meisten Tumore in den Eierstöcken sind gutartig. Nur ein Fünftel aller Tumore in den Eierstöcken sind bösartig. Oftmals handelt es sich bei den Veränderungen um verschiedene Zysten und Fibrome. Diese sind in der Regel harmlos und müssen nur ab und an kontrolliert werden. Wachsen diese Zysten jedoch zu schnell, dann müssen sie auch operiert werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Prinzipiell werden betroffene Personen immer operiert, oder bekommen eine Chemotherapie. Oftmals werden beide Maßnahmen kombiniert.

Operation

In den meisten Fällen werden die Eierstöcke, Gebärmutter, die Eileiter und das große Bauchnetz entfernt. Das ist meistens der Fall, wenn der Tumor eher spät entdeckt wurde. Wenn der Tumor sich schon sehr weit ausgebreitet hat, dann werden auch noch Teile des Darms, Teile des Bauchfells, der Blinddarm oder die Lymphknoten entfernt. Oftmals werden bei einer OP noch Zellproben von Lymphknoten entnommen, um herauszufinden, ob diese auch operiert werden müssen.

Chemotherapie

Nach der OP wird oftmals eine Chemotherapie eingeleitet, diese soll eine Ausbreitung der Tumoren verhindern, die möglicherweise nicht komplett entfernt wurden bei der Operation. Die Chemo-Medikamente können den ganzen Körper erfassen, oder sie können an spezifische Körperregionen wie beispielsweise der Bauchhöhle angewendet werden. Dort töten diese Chemo-Medikamente dann den Körper ab.

Falls der Tumor in den Eierstöcken jedoch sehr früh entdeckt wurde, dann muss manchmal keine Chemotherapie gemacht werden. Hier kann dann auch eine Strahlentherapie Erfolge versprechen. Es kann aber auch in manchen Fällen keine Operation durchgeführt werden und nur eine Chemotherapie. Diese kann auch den Krebs ohne Operation besiegen.

Eierstockkrebs ohne Chemotherapie besiegen

Eine Chemotherapie wird in den meisten Krankheitsfällen immer durchgeführt, jedoch gibt es auch einzelne Fälle, in denen von einer Chemo abgesehen wird. Das ist immer dann der Fall, wenn der Tumor nur den Eierstock befallen hat und sich nicht weiter ausgebreitet hat. Dann reicht eine OP in den meisten Fällen aus, um den Krebs vollständig zu entfernen.

Die meisten Krankheitsfälle die ohne Chemotherapie behandelt werden, befinden sich im ersten FIGO-Stadium, denn hier ist der Tumor noch sehr klein und hat sich fast nicht ausgebreitet. Es gibt jedoch auch Fälle im ersten FIGO-Stadium, die anschließend trotzdem mit einer Chemotherapie behandelt werden müssen, da der Tumor schon etwas größer ist und sich möglicherweise auch auf die Lymphknoten ausgebreitet haben könnte.

Welche Stadien (FIGO) gibt es bei einem Eierstockkarzinom

Die Krankheit lässt sich in vier Stadien (FIGO) klassifizieren, in der folgenden Tabelle findest du genaueres dazu:

FIGO I:Hier ist nur das Eierstockgewebe befallen.
FIGO II:Der Krebs hat sich bis in das Becken der betroffenen Person ausgebreitet.
FIGO III:Es sind Metastasen im Bauchfell vorhanden, oder in den Lymphknoten.
FIGO IV:Tumor ist bereits außerhalb der Bauchhöhle und auch andere Organe wie die Lunge sind betroffen.

Welche Überlebenschancen bestehen bei einem Ovarialkarzinom?

Prinzipiell gilt, je früher der Tumor erkannt wurde, umso höher sind die Heilungschancen, wenn es bereits zu Metastasen in der Bauchhöhle gekommen ist, dann sehen die Chancen auf Genesung vergleichsweise schlecht aus. Sind nur die Eierstöcke betroffen, dann bekommen die Patienten meistens eine sehr gute Prognose auf eine Heilung

Da jedoch die Krankheit keine wirklichen Frühsymptome aufweist, werden die meisten Fälle erst im späteren Stadium diagnostiziert. Im Endstadium hat die Krankheit bereits den gesamten Körper befallen und die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt ungefähr nur 14 Monate. Im Durchschnitt leben nach einer Eierkrebsdiagnose nur noch 40 Prozent der betroffenen Personen.

Eierstockkrebs und der Kinderwunsch

Leider sind manchmal auch jüngere Frauen von der Diagnose Ovarialkarzinom betroffen, hier stellt sich dann die Frage, ob nach einer Operation an den Eierstöcken noch die Möglichkeit besteht, Kinder zu gebären. Ist die Krebserkrankung nicht stark vorangeschritten und befindet sich noch im ersten Stadium (FIGO-I) dann kann ein Eierstock und die Gebärmutter im Körper gelassen werden. Hier besteht allerdings ein erhöhtes Risiko, dass der Krebs wiederkommt, deshalb sollten in solchen Fällen nach abgeschlossener Familienplanung der letzte Eierstock auch noch entfernt werden.

Einfrieren des Eierstocks

Ebenfalls besteht die Möglichkeit einen Eierstock einfrieren zu lassen, dieser sollte allerdings möglichst krebsfrei sein. Denn er wird später erneut in den Unterleib eingepflanzt, damit die Frau schwanger werden kann. Nach Beendiung der Schwangeschaft wird der Eierstock erneut entfernt, damit sich potenzielle Tumorzellen nicht vermehren können.

Was kann ich tun, wenn ich ein genetisches Risiko für Krebs in den Eierstöcken habe?

Falls du bereits einen Tumor in den Eierstöcken gehabt hast, dann besteht eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit, dass deine Töchter auch an dieser Krankheit erkranken werden. Es gibt eine Vorsorgeuntersuchung in Form eines Gentests, der nach Mutationen in den Erbanlagen deiner Töchter sucht. Falls gewisse Parameter erfüllt werden, kann entweder ein erhöhtes Krebsrisiko bestätigt werden, oder eher nicht.

Hier ein Video dazu:

Frage: Würdet ihr diesen Gentest machen?

Quellen

  1. Pfisterer J, Du Bois A: Das Ovarialkarzinom: therapeutische Standards – klinische Empfehlungen. Stuttgart 2002.
  2. Albacht B: Die genetische Untersuchung bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs: kognitive Aspekte von Inanspruchnahme und Verarbeitung der Risikoinformation. Frankfurt 2003.