Februar 10, 2021

Parkinson

Von Ioannes

Hallo und willkommen auf meiner Seite, heute geht es um das Thema Parkinson oder auch Morbus Parkinson genannt. In diesem Artikel möchte ich dich über das Krankheitsbild aufklären.

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Bei Parkinson wird zu wenig Dopamin im Gehirn produziert.
Parkinson beeinträchtigt die Dopaminfunktion im Gehirn. (Bildquelle: unsplash.com/ Robina Weermeijer)

Ich werde auf alle wichtigen Aspekte eingehen, dazu zählen Krankheitsentstehung, Symptome, Behandlungen, Vererbbarkeit und Lebenserwartungen. Ich bin Fachkraft für Altenpflege und habe selbst früher Parkinson-Patienten gepflegt, deshalb werde ich versuchen, ein paar Erfahrungen aus der Praxis hier wiederzugeben.

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine Krankheit im Gehirn, welche die Nervenzellen schädigt. Dadurch wird die Dopaminfunktion beeinträchtigt und Bewegungen lassen sich schlechter ausführen. Ebenfalls kann es zum Zittern und einer Muskelsteifheit kommen.

Folgende zwei Arten der Parkinsonkrankheit gibt es:

  • Idiopathisches Parkinsonsyndrom: Hier gibt es keine bekannte Ursache für die Erkrankung, sie taucht einfach plötzlich auf.
  • Parkinson als Nebenerkrankung: Parkinson kann auch Folge einer Erkrankung des Nervensystems sein wie z.B. Demenz.

Welche Ursachen gibt es?

Wie bereits beschrieben, sind die Ursachen für die Parkinson-Erkrankung nicht bekannt. Obwohl die Krankheit schon seit 1817 bekannt ist, konnte man bis heute nicht richtig herausfinden, was der Auslöser ist.

Forscher gehen davon aus, dass es sich um ein Zusammenspiel von genetischen Veranlagungen und Umweltfaktoren handelt. Die Krankheit kann auch nicht vollständig geheilt werden, es können nur die Symptome gelindert werden.

Häufigkeit der Krankheit

Leider leben weltweit rund 10 Millionen Menschen mit dieser Krankheit, somit ist Parkinson eine der am weitesten verbreiteten neurodegenerativen Erkrankungen überhaupt. Prozentual sind mehr Männer als Frauen von dieser Erkrankung betroffen.

In Deutschland haben wir momentan ungefähr 400.000 Parkinson-Patienten und die Fälle nehmen in den letzten Jahren stark zu. Der Löwenanteil der Betroffenen ist über 60 Jahre alt.

Parkinson Vererbung

Parkinson ist keine klassische Erbkrankheit, in den meisten Fällen taucht die Krankheit ohne einen nennbaren Grund auf. Es gibt natürlich auch Fälle in denen nachgewiesen wurde, dass Parkinson vererbt wurde. Diese Fälle machen jedoch nur 5% aller Krankheitsfälle aus. Somit kann man sagen, dass Parkinson nicht wirklich als Erbkrankheit eingestuft werden kann.

Menschen, die Parkinson durch Vererbung bekommen, bekommen die Symptome meistens in frühen Lebensjahren. Meistens treten die Symptome vor dem 40. Lebensjahr ein. Kinder, von denen ein Elternteil in sehr jungen Jahren Parkinson bekommen haben, leiden an einem erhöhten Risiko, auch an Parkinson zu erkranken.

Somit lässt sich festhalten, die meisten Parkinsonerkrankungen treten ohne jeglichen Grund auf, sie sind idiopathischer Natur. Parkinson lässt sich auch vererben, jedoch sind die Prozentzahlen so niedrig, dass hier nicht wirklich von einer Erbkrankheit gesprochen werden kann.

Wer ein Elternteil hat, dass früh an Parkinson erkrankt ist, der kann einen Gentest machen. In Deutschland muss der Gentest jedoch von einem Arzt genehmigt werden. In den USA und UK gibt es Labore, welche einen Gentest für rund 200$ anbieten. Hierfür wird keine ärztliche Genehmigung benötigt. Diese Tests können jedoch nicht nach Deutschland verkauft werden, sie müssen im Ausland bestellt werden und von dort aus müssen die Ergebnisse eingsendet werden.

Was passiert im Körper?

Bei der Parkinsonkrankheit werden die Nervenzellen im Gehirn angegriffen, welche den Botenstoff Dopamin produzieren. Dadurch kommt es zu einem Dopaminmangel. Dopamin ist für die Verständigung zwischen den Nervenzellen verantwortlich. Da nun ein Mangel entsteht, können die Informationen nicht mehr richtig weitergegeben werden und es kommt zu Störungen in der Motorik.

Ebenfalls sterben im frühen Krankheitsverlauf auch in anderen Gehirnregionen Nervenzellen ab. Dadurch kommt es zu Schmerzen, Schlafstörungen und psychischen Symptomen. Je weiter die Krankheit fortschreitet, umso intensiver werden die Symptome.

Mögliche Warnsignale für eine Parkinsonerkrankung

Diese Anzeichen können viele Jahre vor dem Ausbruch der Erkrankung beobachtet werden. Hier eine Liste der gängigsten Anzeichen:

  • Verlust des Geruchssinns
  • Sehstörungen
  • Depressionen
  • Ständige Müdigkeit
  • Zittrigkeit
  • Häufige Muskelschmerzen im Schulter-Arm-Bereich
  • Menschen reden und bewegen sich während der Tiefschlafphase und dem Träumen viel.

Parkinson Symptome

Jeder Parkinsonfall muss individuelle betrachtet werden, es gibt keinen einheitlichen Verlauf dieser Erkrankung. Die Krankheit entwickelt sich unterschiedlich schnell und auch die Symptome sind bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt. Hier eine Liste der Symptome:

  • Steifheit: Die Muskeln sind dauerhaft versteift und angespannt, dadurch fühlen sich viele Patienten wie gelähmt. Es kommt sehr oft zu einer gekrümmten Körperhaltung.
  • Bewegungseinschränkungen: Viele Patienten können keine fließenden Bewegungen mehr ausführen. Insbesondere automatische Bewegungen wie Laufen und Schlucken sind stark davon betroffen. Ebenso ist die Feinmotorik betroffen, Messer und Gabeln halten beispielsweise wird zum Problem, aber auch die Mimik verändert sich.
  • Zittern: Im ruhigen Zustand zittern die Gliedmaßen ständig, dabei sind die Arme stärker betroffen als die Beine. Werden die Gliedmaßen bewegt, hört das Zittern auf.
  • Gleichgewichtsstörungen: Ebenfalls wird das Gleichgewicht bei Parkinson gestört, dadurch tun sich betroffene beim Stehen und Laufen sehr schwer.
  • Kognitive Veränderungen: Wenn die Krankheit stark fortgeschritten ist, kommt es zu kogntiven Störungen.

Verlauf der Krankheit

Die Krankheit beginnt schleichend und mit nicht ganz deutbaren Symptomen. Die vorhin beschriebenen Warnzeichen treten oftmals gehäuft auf. Die Krankheit schreitet dann immer weiter im Gehirn voran und dadurch nehmen auch die Symptome stetig zu.

Die Schritte beim Laufen werden beispielsweise immer kleiner und auch feinmotorische Tätigkeiten wie Zähne putzen wird mit der Zeit unmöglich. Die Betroffenen kriegen oftmals einen starren Gesichtsausdruck und der Oberkörper krümmt sich nach vorne.

Behandlung

Milde Symptome zu Beginn des Parkinsonsyndroms benötigten erstmal keine wirkliche Therapie. Nehmen die Symptome zu, wird Parkinson meistens mit Medikamenten behandelt.

Bei Patienten über 70 Jahren

L-Dopa kommt sehr häufig zum Einsatz, dieses kann entweder als Kapsel, oder als Tablette verabreicht werden. Es ersetzt das fehlende Dopamin im Gehirn und lindernd Beschwerden wie Muskelsteifheit sehr gut. Oftmals bekommen Patienten die über 70 Jahre alt sind.

Oftmals muss L-Dopa mehrmals am Tag eingenommen werden und am besten immer zu den gleichen Uhrzeiten. Dadurch bleibt der Spiegel immer gleich hoch. Bitte eine Stunde vor oder nach einer Mahlzeit einnehmen.

Mögliche Nebenwirkungen sind Appetitlosigkeit, Depressionen, Schwindelgefühle und ein unkontrolliertes Zucken.

Bei Patienten unter 70 Jahren

Hier beginnt die Therapie oftmals mit Dopamin-Agonisten wie Parimpexol oder Ropinirol. Auch diese Stoffe ersetzen den chemischen Botenstoff Dopamin im Gehirn und setzen an den verfügbaren Nervenzellen an.

Nebenwirkungen hier sind Wassereinlagerungen im Gewebe, Verstopfung, Müdigkeit und Übelkeit.

Operativer Eingriff

Falls sich die Parkinsonsydrome mit den Medikamenten nicht lindern lassen, dann kann auch operativer Eingriff vorgenommen werden. Diesen nennt man Deep Brain Stimulation auf Deutsch Tiefe Hirnstimulation.

Hier werden während einer Operation sehr kleine Elektroden in gewissen Hirnareale eingepflanzt. Dadurch sollen die Nervenzellen gestärkt werden und negative Impulse verhindert werden. Dieser Eingriff kann bei manchen Patienten die Lebensqualität enorm verbessern.

Allerdings müssen diese Patienten positiv auf eine L-Dopa-Behandlung angesprungen sein und er darf keine Frühsymptome von Demenz haben und muss körperlich stabil sein.

Welche Pflegestufe bekommt man bei Parkinson?

Bei Parkinson sollte generell immer sofort ein Pflegeantrag gestellt werden, abzuwarten, um in einen höheren Pflegegrad zu kommen, macht wenig Sinn. Hierfür kannst du einfach auf die Seite deiner Krankenkasse gehen und dort ein Online-Formular ausfüllen. Natürlich kannst du auch einfach bei der Krankenkasse anrufen und diese werden dir dann weiterhelfen.

Anschließend wird ein Gutachter vom MDK zu deinem Angehörigen nach Hause kommen, um sich ein Bild von seiner Parkinson-Erkrankung zu machen. Der Gutachter wird eine Reihe von Kriterien an der betroffenen Person prüfen. Hierzu zählen unter anderem Mobilität, Gestaltung des Alltags, Krankheitsbewältigung, Körperhygiene, psychische Verhaltensweisen und kognitive Fähigkeiten.

Normalerweise müssten sogar schwächere Parkinsonverläufe, die noch relativ selbstständig sind in Pflegegrad 1 eingeordnet werden. Ist die Person stark pflegebedürftig, dann wird sie wahrscheinlich zwischen Pflegegrad 3 und 5 eingeordnet. Sollte es jedoch zu einer Entscheidung kommen, die nicht wirklich dem Krankheitsbild entspricht, dann kann bei der Pflegekasse ein Widerspruch eingelegt werden. Für den Widerspruch solltest du dich jedoch an einen unabhängigen Pflegesachverständigen wenden, dieser schreibt dann einen fachgerechten Einspruch. Andernfalls stehen die Chancen eher schlecht auf eine neue Einordnung in einen anderen Pflegegrad.

Parkinson Ernährung

Eine richtige Ernährung bei der Parkinson-Erkrankung kann helfen, die verschiedenen körperlichen Funktionen länger aufrechtzuerhalten. Deshalb sollten Parkinson-Patienten eine spezielle Ernährung bekommen, die verschiedene wichtige Mikronährstoffe beinhaltet.

Folgende Nährstoffe sollten in der täglichen Nahrung enthalten sein:

  • Ausreichend Anti-Oxidantien und viele sekundäre Pflanzenstoffe und Omega-3-Fettsäuren, diese wirken entzündungshemmend.
  • Folgende Lebensmittel sind dafür gut geeignet: Fisch, Nüsse, Gemüse und Obst, alle Arten von Samen und qualitative Pflanzenöle.

Insbesondere die Omega-3-Fettsäuren wirken sich besonders gut auf die Parkinsonkrankheit aus, da sie die Zellmembran der Neuronen stabilisieren.

Lebenserwartung bei Parkinson

Prinzpiell hat ein Parkinson-Kranker die gleiche Lebenserwartung wie ein gesunder Mensch, allerdings ist sein Alltag stark eingeschränkt und er leidet stark an der Krankheit.

Hier ein Video über die operative Behandlungsmethode:

Frage: Was haltet ihr von der operativen Behandlungsmethode?

Quellen:

  1. Leplow B: Parkinson. Göttingen 2007
  2. Thümler R.: Die Parkinsonkrankheit: Mehr wissen, besser verstehen. Stuttgart 2006.