Januar 11, 2021

4 Schritte Anleitung Medikamente verabreichen

Von Ioannes

Ich heiße dich herzlich willkommen auf meiner Seite, du hast wahrscheinlich im Internet nach Pflege Tipps gesucht und bist hier gelandet.

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In solchen Döschen kannst du die Medikamente nach Tag und Uhrzeit sortieren. (Bildquelle: unsplash.com/Laurynas Mereckas)

Dieser Artikel dreht sich um das Verabreichen von Medikamenten. Falls du einen Angehörigen zu Hause hast, den du selbst pflegst und dir Gedanken darüber gemacht hast, wie du korrekt die Medikamente verabreichen kannst und worauf du achten musst, dann bist du hier genau richtig. Ich habe eine dreijährige Altenpflegeausbildung absolviert und teile hier mein Wissen mit dir.

Vorbereitung

Zu Medikamenten zählen Pillen, Zäpfchen, Cremes, Tropfen und Injektionen. In den meisten Fällen wirst du deinem Angehörigen nur Pillen verabreichen. Wichtig hierbei ist, dass du diese korrekt stellst. Das bedeutet, das jeweilige Medikament zum passenden Tag und zur passenden Tageszeit.

Hierfür empfehlen sich kleine Döschen mit Beschriftungen, auf diesen steht der Tag und dann sind drei kleine Spalten die in die verschiedenen Tageszeiten morgens, mittags, abends und nachts unterteilt sind. Mache dir am besten eine Liste, worauf steht welches Medikament für welchen Tag und für welche Tageszeit ist. Damit fällt dir das Stellen der Medizin deutlich leichter.



4 Schritte Anleitung zum Medikamente verabreichen

Jetzt kommen wir auch schon zur Anleitung, stelle bitte immer vorher sicher, dass du das richtige Medikament zur richtigen Uhrzeit verabreichst. Ebenfalls solltest du deinen Angehörigen über dein Vorhaben informieren, damit es zu keinen Komplikationen kommt:

  1. Desinfiziere deine Hände und hole dir einen kleinen Löffel, falls dein Angehöriger die Medikamente nicht alleine zu sich nehmen kann.
  2. Falls dein Angehöriger die Medikamente selbst nehmen kann, gib eine Tablette nach der anderen in die Hand, er soll eine nach der anderen mit Wasser runterschlucken. Bitte verabreiche niemals mehrere Medikamente auf einmal, da er sich ansonsten verschlucken kann. Alle Medikamente sollten immer von einem Arzt verordnet worden sein.
  3. Kann dein Angehöriger die Medikamente jedoch nicht mehr selbstständig einnehmen, nehme einen Teelöffel und lege eine Tablette drauf, gebe diesen Löffel in den Mund deines Angehörigen und lasse ihn danach sofort etwas Wasser trinken, damit diese Medikamente hinuntergespült werden.
  4. Kontrolliere nach jedem Löffel, ob das Medikament auch wirklich nicht mehr im Mund ist.

Besonderheiten bei der Medikamenteneinnahme

Du wirst auf den Beipackzettel verschiedenen Definitionen finden, was die Uhrzeit angeht. In der folgenden Tabelle erkläre ich dir, was diese bedeuten.

Auf nüchternen Magen:30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit oder zwei Stunden nach der Mahlzeit.
Vor dem Essen:Mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit.
Nach dem Essen:Dieser Hinweis hat unterschiedliche Bedeutungen, hier findest du genauere Zeitangaben im Beipackzettel.
Unabhängig von der Mahlzeit:Medikamente können zu einer beliebigen Zeit eingenommen werden.

Jegliche Form von Tabletten, Kapseln, oder Dragees sollten aufrecht oder sitzend eingenommen werden. Hier empfiehlt sich immer ein großes Glas Leitungswasser, Mineralwasser bitte nur, wenn es wenig Kohlensäure hat.

Gefährliche Lebensmittel für Medikamenteneinnahme

Es gibt Lebensmittel, die für die Einnahme von Medikamenten problematisch sein können. In dieser Liste findest du die “gefährlichsten Lebensmittel”:

  • Grapefruitsaft: Kann Abbau von Medikamenten im Körper verzögern.
  • Alkohol: Verlängert die Wirkdauer von Medikamenten.
  • Milchprodukte: Können die Wirkung mancher Medikamente (Antibiotika, L-Thyroxin) mindern.
  • Kaffee und Tee: Die Gerbstoffe hier können die Aufnahme der Arznei verschlechtern.

Medikamente richtig lagern

Du solltest jegliche Form von Medikamenten nicht großer Hitze oder direkter Sonnenbestrahlung aussetzen. Auch wenn deine Arzneien luftdicht verpackt sind, sollte die Temperatur zwischen 15 Grad Celsius und 25 Grad Celsius bleiben. Achte immer auf die Packungsbeilage, hier stehen alle nötigen Informationen bezüglich der Lagerung.

Medikamente abgelaufen, was tun?

Wie auch Lebensmittel so haben auch Medikamente ein Verfallsdatum, dieses kennzeichnet, bis wann die Medikamente einzunehmen sind. Der Hersteller garantiert nur bis zu diesem Zeitpunkt die Wirkung und die Verträglichkeit dieser Medikamente. Viele Medikamente insbesondere verschweißte Tabletten können nicht wirklich schlecht werden, allerdings nimmt mit Ablauf des Verfallsdatums auch ihre Wirkstoffkonzentration ab.

Das könnte insbesondere bei Antibiotika zum Problem werden, denn hier würde dann der verminderte Wirkstoff in den Medikamenten nicht mehr wirklich ausreichen, um alle Krankheitserreger im Körper zu bekämpfen. Darüber hinaus würden die überlebenden Bakterien auch noch gegen das eingenommene Antibiotika immun werden und müssten mit einer anderen Arznei behandelt werden. Deshalb sollten abgelaufene Medikamente fachgerecht entsorgt werden. Insbesondere Tropfen und Säfte verlieren sehr schnell an Wirkstoffgehalt.

Darüber hinaus können manche Medikamente sogar Giftstoffe bilden, wenn der Zerfall der Wirkstoffe einsetzt. Dadurch kannst du sogar deiner Gesundheit schaden, überprüfe deshalb immer vor der Einnahme, ob die Medikamente noch haltbar sind.

Wie entsorge ich Medikamente richtig?

Der Großteil unserer Medikamente wird chemisch hergestellt und kann somit bei einer falschen Entsorgung die Umwelt stark belasten. Medikamentenreste können beispielsweise ins Grundwasser und Flüsse geraten und damit die Umwelt und Tiere schädigen. In Deutschland werden fast 40.000 Tonnen Medikamente jährlich konsumiert, Tendenz ist wegen der immer älter werdenden Bevölkerung steigend.

Leider spülen sehr viele Menschen ihre alten Tabletten, Tropfen und Säfte einfach die Toilette hinunter. Das hat zur Folge, dass viele Wirkstoffe in Flüsse und Seen gelangen, die einen hohen Abwasseranteil haben. Diese Wirkstoffe sind sind zwar für uns Menschen harmlos, allerdings für die Tiere und Pflanzen in diesen Gewässern nicht. So können die Hormone der Anti-Baby-Pille männliche Fische verweiblichen lassen, dadurch schwindet dann die allgemeine Fischpopulation.

Arzneien sollten deshalb immer Hausmüll entsorgt werden, hier werden sie in die jeweilige Müllverbrennungsanlage der Gemeinde gebracht und dort verbrannt. Somit können sie dann die Wirkstoffe nicht mehr in die Gewässer gelangen.

Hier ein kurzes Video für dich, mit allen wichtigen Infos:

Falls du kein Problem mit dem Richten und Verabreichen der Medikamente hast, jedoch Hilfe beim Essen anreichen brauchst, habe ich hier eine Anleitung für dich!

Frage: Hast du schon einmal Medikamente gerichtet?

Quellen

  1. Seifert R: Basiswissen der Pharmakologie. Berlin-Heidelberg 2018.