Dezember 22, 2023

Gezielte Anleitung Medikamente stellen und verabreichen

Von Ioannes
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Ich heiße dich herzlich willkommen auf meiner Seite, du hast wahrscheinlich im Internet nach Pflege Tipps gesucht und bist hier gelandet. In diesem Artikel gebe ich dir eine gezielte Anleitung, wie du Medikamente stellen und verabreichen kannst.

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Arten von Medikamenten

Ich bin Fachkraft für Altenpflege und gebe hier auf diesem Blog verschiedene Tipps für die Pflege und stelle auch Medizinprodukte vor! Medikamente richtig zu stellen, kann eine große Herausforderung sein, mit den richtigen Techniken und Vorgehensweisen kannst diese Pflegemaßnahme jedoch spielend leicht meistern! Du fragst dich wie? Das erkläre ich dir in diesem Beitrag!

Medikamente stellen: Vorbereitung

Als Pflegefachkraft ist es wichtig, sorgfältig und genau bei der Vorbereitung von Medikamenten zu sein. Zunächst muss man sicherstellen, dass man die richtigen Medikamente für den jeweiligen Patienten hat, indem man das Rezept oder die Anweisungen des Arztes überprüft. Es ist wichtig, die korrekten Dosierungen und Verabreichungsformen zu beachten, sowie das Verfalldatum der Medikamente zu überprüfen.

Bei der Vorbereitung der Medikamente sollte man eine saubere und gut beleuchtete Arbeitsfläche verwenden, um Verwechslungen oder Verunreinigungen zu vermeiden. Außerdem sollte man geeignete Schutzausrüstung, wie Handschuhe, verwenden, um eine Übertragung von Keimen zu verhindern.

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen, um die Medikamente vorzubereiten, z.B. das Abmessen von Flüssigkeiten mit einer Spritze oder das Zerkleinern von Tabletten, wenn der Patient sie nicht schlucken kann. Es ist wichtig, sich an die spezifischen Anweisungen des Arztes oder des Apothekers zu halten und sorgfältig zu dokumentieren, welche Medikamente verabreicht wurden und in welcher Menge.

Insgesamt ist es entscheidend, bei der Vorbereitung von Medikamenten als Pflegefachkraft äußerst präzise und gründlich vorzugehen, um die Sicherheit und das Wohlergehen der Patienten zu gewährleisten.

Zu Medikamenten zählen Pillen, Zäpfchen, Cremes, Tropfen und Injektionen. In den meisten Fällen wirst du deinem Angehörigen nur Pillen verabreichen. Wichtig hierbei ist, dass du diese korrekt stellst. Das bedeutet, das jeweilige Medikament zum passenden Tag und zur passenden Tageszeit.

Gezielte Anleitung Medikamente richtig stellen

Im Pflegealltag ist es wichtig, dass Medikamente ordnungsgemäß gestellt werden, um die richtige Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Oft gibt es einen festen Dienst, z.B. am Morgen oder am Abend, bei dem die Medikamente für die kommenden Stunden oder Tage gestellt werden. Während dieser Zeit sollte die Person, die die Medikamente stellt, sich ausschließlich darauf konzentrieren und keine anderen Tätigkeiten ausführen.

Die Medikamente sollten nur von dafür qualifiziertem Personal gestellt werden. In der Regel ist es Aufgabe von Pflegefachkräften, Medikamente zu stellen, da sie über das nötige Wissen und die Erfahrung verfügen, um dies sicher und korrekt durchzuführen. Die richtige Dosierung und Anwendung der Medikamente ist entscheidend für den Therapieerfolg und die Gesundheit des Patienten. Daher sollte diese Aufgabe nicht von ungeschultem Personal übernommen werden. Es ist wichtig, dass die Verantwortlichen für die Medikamentenversorgung die entsprechenden Schulungen und Qualifikationen besitzen, um die Patientensicherheit zu gewährleisten.

Nehme dir deshalb beim Medikamenten stellen als Pflegefachkraft unbedingt die Zeit und Ruhe, die du für diese Aufgabe auch benötigst. Halte dich gewissenhaft an deinen Medikamentenplan und beachte auch alle Hygieneregeln, falls es Unklarheiten zu einer Verordnung gibt, kontaktiere sofort den verantwortlichen Arzt, somit können Fehler vermieden werden, die möglicherweise eine Menge an Korrekturarbeit in der Zukunft von dir verlangen würden.

Medikamente stellen: Der Medikamentenplan

In der Pflege ist ein Medikamentenplan notwendig, um die Medikamente für eine große Menge von Bewohnern im Pflegeheim richtig stellen zu können, da viele Bewohner unterschiedliche Medikamente und Dosierungen benötigen. Ein solcher Medikamentenplan hilft sicherzustellen, dass die richtigen Medikamente zum richtigen Zeitpunkt verabreicht wurden, somit werden Fehler in der Medikamentenvergabe im Pflegealltag effektiv minimiert. Darüber hinaus ermöglicht ein solcher Medikamentenplan dem Pflegepersonal, einen Überblick über die Medikation jedes Bewohners zu behalten und sicherzustellen, dass keine Doppelverordnungen oder Wechselwirkungen auftreten.

Es ist auch wichtig, dass Medikamentenpläne regelmäßig kontrolliert werden, da sich die Bedürfnisse der Bewohner ändern können und neue Medikamente hinzugefügt oder alte Medikamente abgesetzt werden müssen. Eine abgestimmte Zusammenarbeit mit dem Arzt ist daher unerlässlich, um sicherzustellen, dass der Medikamentenplan stets aktuell und auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt ist. Durch regelmäßige Kontrollen und Absprachen mit dem Arzt können potenzielle Fehler bei der Medikation vermieden und die Gesundheit und Sicherheit der Bewohner gewährleistet werden.

Damit du auch deine Medikamente korrekt stellen kannst mit einem Medikamentenplan, habe ich dir hier einen kostenlosen Medikamentenplan zum Download zur Verfügung gestellt. Du kannst den Medikamentenplan direkt hier ausfüllen und dann ausdrucken:

10-R-Regel der Medikamentengabe

Die 10-R-Regel ist eine wichtige Richtlinie, die bei der Medikamentengabe befolgt werden sollte, um Fehler zu vermeiden. Die Regel beinhaltet 10 Schritte, die sorgfältig befolgt werden müssen:

1. Richtiger Patient: Stelle sicher, dass du das Medikament dem richtigen Patienten gibst, indem du seinen Namen und Geburtsdatum überprüfst.

2. Richtiges Medikament: Überprüfe das Medikament, um sicherzustellen, dass es das richtige ist, das der Arzt verschrieben hat.

3. Richtiges Dosierung: Verwende die vom Arzt verschriebene Dosierung und überprüfe sie, bevor du das Medikament verabreichst.

4. Richtiges Anordnen: Überprüfe die Anweisungen des Arztes sorgfältig, um sicherzustellen, dass das Medikament ordnungsgemäß verabreicht wird.

5. Richtiges Zeitintervall: Verabreiche das Medikament zur richtigen Zeit, entsprechend der ärztlichen Anordnung.

6. Richtiges Verabreichen: Stelle sicher, dass das Medikament auf die richtige Weise verabreicht wird, ob oral, intravenös, intramuskulär, etc.

7. Richtiges Überprüfen: Prüfe das Medikament noch einmal, bevor du es dem Patienten verabreichst.

8. Richtiges Dokumentieren: Dokumentiere die Medikamentengabe sorgfältig und genau.

9. Richtiges Informieren: Informiere den Patienten über das verabreichte Medikament und eventuelle Nebenwirkungen.

10. Richtiges Entsorgen: Entsorge die Medikamente richtig, für jedes Medikament (Ampullen, Spritzen, Pillen) gibt es feste Entsorgungsprozesse in den Pflegeheimen. Halte dich hierbei an die gängigen Entsorgungsregeln

Indem man diese 10 Schritte befolgt, kann man sicherstellen, dass die Medikamentengabe sicher und effektiv erfolgt.

Medikamente verabreichen: 4 Schritte praxisnahe Anleitung

Jetzt kommen wir auch schon zur Anleitung, stelle bitte immer vorher sicher, dass du das richtige Medikament zur richtigen Uhrzeit verabreichst. Ebenfalls solltest du deinen Angehörigen über dein Vorhaben informieren, damit es zu keinen Komplikationen kommt:

  1. Desinfiziere deine Hände und hole dir einen kleinen Löffel, falls dein Angehöriger die Medikamente nicht alleine zu sich nehmen kann.
  2. Falls dein Angehöriger die Medikamente selbst nehmen kann, gib eine Tablette nach der anderen in die Hand, er soll eine nach der anderen mit Wasser runterschlucken. Bitte verabreiche niemals mehrere Medikamente auf einmal, da er sich ansonsten verschlucken kann. Alle Medikamente sollten immer von einem Arzt verordnet worden sein.
  3. Kann dein Angehöriger die Medikamente jedoch nicht mehr selbstständig einnehmen, nehme einen Teelöffel und lege eine Tablette drauf, gebe diesen Löffel in den Mund deines Angehörigen und lasse ihn danach sofort etwas Wasser trinken, damit diese Medikamente hinuntergespült werden.
  4. Kontrolliere nach jedem Löffel, ob das Medikament auch wirklich nicht mehr im Mund ist.

Dokumentation nach der Medikamentengabe

Eine ordnungsgemäße Dokumentation nach Medikamentengabe in der Pflege ist von entscheidender Bedeutung, um die Sicherheit und den Behandlungsverlauf der Patienten zu gewährleisten. Die Dokumentation dient dazu, alle relevanten Informationen zu erfassen, die die Medikamentengabe betreffen, um eine lückenlose Nachverfolgung zu gewährleisten.

Es sollte dokumentiert werden, welches Medikament verabreicht wurde, die Dosierung, die Verabreichungszeit und die Verabreichungsart, z. B. oral, intravenös, intramuskulär usw. Darüber hinaus sollten eventuelle Nebenwirkungen oder unerwünschte Reaktionen, die der Patient nach der Verabreichung des Medikaments zeigt, einschließlich der daraufhin ergriffenen Maßnahmen festgehalten werden.

Im Pflegealltag geschieht die Dokumentation in der Regel elektronisch über spezielle Software oder manuell in einer Patientenakte. Die Pflegefachkräfte sind dafür verantwortlich, die Dokumentation gewissenhaft und zeitnah zu erledigen, um eine genaue und aktuelle Aufzeichnung zu gewährleisten. Die Einhaltung aller vorgeschriebenen Abläufe und Standards ist unerlässlich, um die Qualität und Sicherheit der Medikamentengabe zu gewährleisten.

Deshalb solltest du die Dokumentation immer zeitnah nach der Medikamentenverabreichung machen, damit du keine wichtigen Details in der Dokumentation vergisst, die vielleicht im späteren Verlauf wichtig für den Arzt oder für die weiterführende Pflege, sowie Notfälle sein könnten.

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In solchen Döschen kannst du die Medikamente nach Tag und Uhrzeit sortieren. (Bildquelle: unsplash.com/Laurynas Mereckas)

Medikamente verabreichen: Besonderheiten

Du wirst auf den Beipackzettel verschiedenen Definitionen finden, was die Uhrzeit angeht. In der folgenden Tabelle erkläre ich dir, was diese bedeuten.

Auf nüchternen Magen:30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit oder zwei Stunden nach der Mahlzeit.
Vor dem Essen:Mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit.
Nach dem Essen:Dieser Hinweis hat unterschiedliche Bedeutungen, hier findest du genauere Zeitangaben im Beipackzettel.
Unabhängig von der Mahlzeit:Medikamente können zu einer beliebigen Zeit eingenommen werden.

Jegliche Form von Tabletten, Kapseln, oder Dragees sollten aufrecht oder sitzend eingenommen werden. Hier empfiehlt sich immer ein großes Glas Leitungswasser, Mineralwasser bitte nur, wenn es wenig Kohlensäure hat.

Medikamentengabe bei Schluckstörungen

Menschen mit Schluckstörungen haben Schwierigkeiten, Medikamente in Tablettenform einzunehmen. Um diesen Personen dennoch die benötigte Medikation zukommen zu lassen, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Eine Möglichkeit ist das Mörsern der Medikamente, um sie in einer leichter zu schluckenden Form anzubieten. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass nicht alle Medikamente dafür geeignet sind und dass die Dosierung genau eingehalten werden muss.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von flüssigen Darreichungsformen wie Tropfen, Sirup oder Lösungen. Diese können leichter geschluckt werden und bieten eine Alternative zu Tabletten. Es ist jedoch wichtig, dass die richtige Dosierung und Form des Medikaments in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker gewählt wird, um die Wirksamkeit der Medikation zu gewährleisten.

Des Weiteren können auch Medikamente in Form von Lutschtabletten, die im Mund langsam zergehen, eine Option sein. Durch eine gute Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker können individuelle Lösungen gefunden werden, um auch Personen mit Schluckstörungen die notwendige Medikation zu ermöglichen.

Gefährliche Lebensmittel für Medikamenteneinnahme

Es gibt Lebensmittel, die für die Einnahme von Medikamenten problematisch sein können. In dieser Liste findest du die “gefährlichsten Lebensmittel”:

  • Grapefruitsaft: Kann Abbau von Medikamenten im Körper verzögern.
  • Alkohol: Verlängert die Wirkdauer von Medikamenten.
  • Milchprodukte: Können die Wirkung mancher Medikamente (Antibiotika, L-Thyroxin) mindern.
  • Kaffee und Tee: Die Gerbstoffe hier können die Aufnahme der Arznei verschlechtern.

Fehlerquellen bei der Medikamentenvergabe

Folgende Fehlerquellen bestehen bei der Medikamentenvergabe und beim Richten der Medikamente:

  • Unklare oder unvollständige Arztanweisungen
  • Verwechslung von ähnlich klingenden Medikamentennamen
  • Fehlende Überprüfung von Allergien oder Unverträglichkeiten
  • Mangelnde Kenntnisse über die richtige Dosierung und Applikationsform
  • Nicht Beachtung der richtigen Zeitpunkte für die Medikamenteneinnahme
  • Fehlende Dokumentation der verabreichten Medikamente
  • Nachlässigkeit bei der Überprüfung von Medikamenten auf ihre Wirksamkeit und Haltbarkeit
  • Fehlende Einbindung des Patienten bei der Medikamentengabe

Medikamente richtig lagern

Du solltest jegliche Form von Medikamenten nicht großer Hitze oder direkter Sonnenbestrahlung aussetzen. Auch wenn deine Arzneien luftdicht verpackt sind, sollte die Temperatur zwischen 15 Grad Celsius und 25 Grad Celsius bleiben. Achte immer auf die Packungsbeilage, hier stehen alle nötigen Informationen bezüglich der Lagerung.

Medikamente abgelaufen, was tun?

Wie auch Lebensmittel so haben auch Medikamente ein Verfalldatum, dieses kennzeichnet, bis wann die Medikamente einzunehmen sind. Der Hersteller garantiert nur bis zu diesem Zeitpunkt die Wirkung und die Verträglichkeit dieser Medikamente. Viele Medikamente insbesondere verschweißte Tabletten können nicht wirklich schlecht werden, allerdings nimmt mit Ablauf des Verfallsdatums auch ihre Wirkstoffkonzentration ab.

Das könnte insbesondere bei Antibiotika zum Problem werden, denn hier würde dann der verminderte Wirkstoff in den Medikamenten nicht mehr wirklich ausreichen, um alle Krankheitserreger im Körper zu bekämpfen. Darüber hinaus würden die überlebenden Bakterien auch noch gegen das eingenommene Antibiotika immun werden und müssten mit einer anderen Arznei behandelt werden. Deshalb sollten abgelaufene Medikamente fachgerecht entsorgt werden. Insbesondere Tropfen und Säfte verlieren sehr schnell an Wirkstoffgehalt.

Darüber hinaus können manche Medikamente sogar Giftstoffe bilden, wenn der Zerfall der Wirkstoffe einsetzt. Dadurch kannst du sogar deiner Gesundheit schaden, überprüfe deshalb immer vor der Einnahme, ob die Medikamente noch haltbar sind.

Wie entsorge ich Medikamente richtig?

Der Großteil unserer Medikamente wird chemisch hergestellt und kann somit bei einer falschen Entsorgung die Umwelt stark belasten. Medikamentenreste können beispielsweise ins Grundwasser und Flüsse geraten und damit die Umwelt und Tiere schädigen. In Deutschland werden fast 40.000 Tonnen Medikamente jährlich konsumiert, Tendenz ist wegen der immer älter werdenden Bevölkerung steigend.

Leider spülen sehr viele Menschen ihre alten Tabletten, Tropfen und Säfte einfach die Toilette hinunter. Das hat zur Folge, dass viele Wirkstoffe in Flüsse und Seen gelangen, die einen hohen Abwasseranteil haben. Diese Wirkstoffe sind sind zwar für uns Menschen harmlos, allerdings für die Tiere und Pflanzen in diesen Gewässern nicht. So können die Hormone der Anti-Baby-Pille männliche Fische verweiblichen lassen, dadurch schwindet dann die allgemeine Fischpopulation.

Arzneien sollten deshalb immer Hausmüll entsorgt werden, hier werden sie in die jeweilige Müllverbrennungsanlage der Gemeinde gebracht und dort verbrannt. Somit können sie dann die Wirkstoffe nicht mehr in die Gewässer gelangen.

Hier ein kurzes Video für dich, mit allen wichtigen Infos:

Falls du kein Problem mit dem Richten und Verabreichen der Medikamente hast, jedoch Hilfe beim Essen anreichen von Senioren brauchst, habe ich hier eine Anleitung für dich!

Frage: Hast du schon einmal Medikamente gerichtet?

Quellen

  1. Seifert R: Basiswissen der Pharmakologie. Berlin-Heidelberg 2018.