Februar 15, 2021

Bluthochdruck

Von Ioannes
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An Bluthochdruck leiden weltweit sehr viele Menschen, alleine in Deutschland sind zwischen 20 und 30 Millionen Menschen daran erkrankt. Bluthochdruck kann auf Dauer die Gefäße beschädigen und einen Herzinfarkt oder einen Schlafanfall verursachen.

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Bluthochdruck nennt man auch Hypertonie
Blutdruck solltest du immer messen, ansonsten kannst du deine Behandlung nicht richtig durchführen.

Hier in diesem Artikel kläre ich dich über die Symptome, Ursachen und Behandlungen dieses Krankheitsbildes auf. Ich bin Fachkraft für Altenpflege und teile hier auf diesem Blog mein Wissen mit dir. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck auch Hypertonie genannt, entsteht dann, wenn die Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch sind. Das Blut, welches aus dem Herzen in die Blutgefäße gepumpt wird, hat so einen hohen Druck, dass die Gefäßwände stark darunter leiden.

Der Blutdruck ist bei keinem Menschen die ganze Zeit über gleich hoch, in Ruhephasen ist er niedriger und bei aktiven Phasen wie beim Sport beispielsweise ist er erhöht. Bei kranken Menschen ist er allerdings permanent erhöht.

Welche Blutdruckwerte gibt es?

Es gibt zwei Blutdruckwerte, die du unbedingt kennen solltest, den systolischen Wert und den diastolischen Wert. Hier in der folgenden Tabelle erkläre ich dir, diese Begriffe:

Systolischer Wert:Wenn sich das Herz zusammenzieht und dabei Blut in die Aorta pumpt, entsteht der systolische Wert. Die Druckwellen, die hier entstehen, fließen weiter Richtung Arterien und Gefäßwände.
Diastolischer Wert:Der diastolische Wert wird dann bestimmt, wenn sich das Herz ausdehnt, um sich erneut mit Blut zu füllen. Dieser Druck, der jetzt entsteht ist der diastolische Wert.

Beide Werte werden dir beim Blutdruckmessen angezeigt, wenn du an Bluthochdruck erkrankt bist, solltest du sowieso regelmäßig deinen Blutdruck messen. Hier geht es zu meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung, um richtig Blutdruck zu messen.

Übersicht Blutdruckwerte

Hier eine Tabelle mit einigen Blutdruckwerten zur Orientierung:

SchweregradSystolisch
Normal120-120 mmHg
Leicht erhöhter Blutdruck140-159 mmHg
Mittelmäßig erhöhter Blutdruck160-179 mmHg
Stark erhöhter Blutdruckab 180 mmHg

Welche Bluthochdruck Symptome treten auf?

Es gibt nicht immer klare Symptome die auf eine Hypertonie hinweisen, somit ist diese Krankheit eher schwer, zu bemerken. Umso wichtiger ist es, potentielle Anzeichen frühzeitig zu identifizieren und dagegen vorzugehen:

  • Den Betroffenen ist oft schwindelig
  • Oftmals gerötetes Gesicht
  • Kurzatmigkeit kann auftreten
  • Kopfschmerzen treten auf, insbesondere im Hinterkopf
  • Betroffene sind oft sehr nervös
  • Es kommt häufig zu Nasenbluten
  • Übelkeit kann auftreten

Welche Folgeerkrankungen können entstehen?

Ein Hypertonie kann langfristig gesehen zu sehr schweren Folgeerkrankungen führen, dadurch können die inneren Organe verletzt werden:

  • Schlaganfall
  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung)
  • Herzschwäche
  • Herzinfarkt
  • Nierenversagen
  • Netzhautschädigungen im Auge
  • Aneurysma

Ist Bluthochdruck tödlich?

Bluthochdruck ist eine tödliche Krankheit, wenn sie nicht richtig behandelt wird, denn der dauerhafte erhöhte Druck in den Gefäßen führt zu Rissen, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Ungefähr 5 Millionen Menschen (in Europa) im Jahr sterben an den eben genannten Folgen von Bluthochdruck, alleine deshalb sollte die Krankheit nicht unterschätzt werden.

Aber nicht nur diese beiden Folgeerkrankungen sind tödlich, sondern auch der hohe Druck im Herzmuskel. Denn der Muskel versucht die ganze Zeit über, den hohen Druck zu regulieren und erschlafft dadurch irgendwann. Somit kann es auch zu Herzrhythmusstörungen kommen und somit können sich lebensgefährliche Thromben bilden, welche die Gefäße verstopfen.

Gehe deshalb immer bei Bluthochdruck zum Arzt, denn ungefähr 50% aller Schlaganfälle und Herzinfarkte enden tödlich und wenn nicht, ziehen sie eine Menge an weiteren Erkrankungen und Einschränkungen mit sich.

Welche Arten von Bluthochdruck gibt es?

Es gibt genau zwei Arten der Hypertonie, und zwar die primäre Hypertonie und die sekundäre. Die primäre Variante macht ungefähr 90% aller Erkrankungen aus. Bei der sekundären liegt eine andere Krankheit beispielsweise eine Stoffwechselerkrankung als Auslöser vor.

Ursachen für einen primären Bluthochdruck

Der genaue Auslöser ist bis dato noch unbekannt, allerdings gibt es einige Faktoren, die seine Entstehung fördern:

  • Genetische Veranlagung
  • Starkes Übergewicht
  • Rauchen
  • Viel Alkohol
  • Zu wenig Bewegung
  • Ein erhöhtes Alter
  • Wenig Obst und Gemüse
  • Bei Frauen die Wechseljahre

Ursachen für eine Hypertonie bei Frauen

Frauen erkranken häufig in den Wechseljahren an einer Hypertonie, das liegt an den hormonellen Schwankungen und den damit verbundenen Veränderungen im weiblichen Körper. Denn in den Wechseljahren lässt das Östrogen nach und dadurch steigt der Blutdruck an. Hinzu kommt, dass das Östrogen die Gefäße und Knorpel schön elastisch hält, bei Abnahme des weiblichen Hormons, werden auch die Gefäße etwas steifer und fester.

Ursachen für eine Hypertonie bei jungen Menschen

Die Hypertonie wird wahrscheinlich nur den älteren Menschen zugeschrieben, allerdings leiden auch einige junge Menschen an ihr. Das hängt vor allem mit dem ungesunden Lebensstil unserer Zeit zusammen und mit mangelnder Bewegung und falscher Ernährung. Insbesondere auf den hohen Salzgehalt in modernen Lebensmitteln wurde aufmerksam gemacht.

Denn sehr viel Salz führt zu Flüssigkeitsansammlungen im Herz-Kreislauf-System und dadurch steigt der Blutdruck. Laut Ernährungswissenschaftlern sollen maximal sechs Gramm Salz am Tag konsumiert werden. Diesen Wert überschreiten sehr viele Jugendliche jedoch, da sie sehr viele Fertigprodukte konsumieren. In diesen Fertigprodukten, oftmals tiefgefroren ist ein sehr hoher Salzgehalt zu finden.

Hypertonie durch Stress

Unsere moderne Welt ist voller angenehmer Dienstleistungen, jedoch sind wir auch einen unglaublichen Stress ausgesetzt. Dieser wirkt sich auf unsere Psyche aus und kann den Blutdruck in die Höhe schießen lassen. Dieser fällt zwar anschließend wieder ab, allerdings sollte man sich jetzt spätestens Gedanken darüber machen bessere Coping-Strategien für sich und seine Probleme zu entwickeln.

Denn ein solcher psychisch bedingter Bluthochdruck kann auf die Dauer auch sehr gefährlich sein, denn es besteht das Risiko, dass dieser irgendwann dauerhaft erhöht bleibt. Insbesondere Menschen, die nicht gerne über ihre Probleme reden und negative Emotionen verdrängen können an dieser Art der Hypertonie erkranken. Wie du sehen kannst, spielt auch die Psyche eine Rolle bei der Entstehung dieser Krankheit.

Ursachen für sekundären Bluthochdruck

Hier ist oftmals eine andere Erkrankung der Auslöser für die Hypertonie, häufig sind es Stoffwechselerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen oder Gefäßkrankheiten, die den hohen Blutdruck verursachen.

Manchmal können es aber auch Störungen im Hormonhaushalt sein, die für einen hohen Blutdruck verantwortlich sind. Die gängigsten Störungen sind die Überproduktion von Cortisol oder die Überproduktion von Aldosteron.

Behandlung

Die Behandlung unterscheidet sich von Patienten zu Patienten, hier zählt die Intensität des Blutdrucks und die potentiellen Folgeerkrankungen. Aber auch das Alter ist ein wichtiger Faktor, um den richtigen Therapieansatz zu bestimmen.

Oftmals wird versucht, den Blutdruck durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten zu erreichen. Dadurch soll Übergewicht abgebaut werden in den meisten Fällen, aber auch Risikofaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum sollen so eingedämmt werden.

Medikamentöse Behandlung

Oftmals reicht eine veränderte Lebensweise leider nicht aus, oder wird nicht konsequent genug verfolgt, dann kommen blutdrucksenkende Medikamente zum Einsatz. Diese werden vom Arzt verschrieben, hier eine Liste für dich:

  • Beta-Blocker
  • Entwässerungstabletten (Diuretika)
  • ACE-Hemmer
  • AT1-Antagonisten
  • Kalzium-Antagonisten

Hier ein Video zu dem Thema für dich, wie du einen hohen Blutdruck ohne Medikamente senken kannst:

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaftshypertonie kann ganz schnell sehr gefährlich werden, deshalb sollte man bei diversen Bluthochdruck-Symptomen unbedingt zum Arzt gehen. Andernfalls kann es zu Schäden in Organen bei Mutter und Kind kommen. Jede 10. Schwangere leidet an einer Schwangerschaftshypertonie.

Ab welchem Wert liegt ein Schwangerschaftsbluthochdruck vor?

Bestehen Werte über 140/90 mmHg bei einer Blutdruckmessung, dann liegt ganz klar eine Schwangerschaftshypertonie vor. Spätestens jetzt sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Welche Symptome hat der Schwangerschaftsbluthochdruck?

Folgende Symptome können bei einem Schwangerschaftsbluthochdruck auftreten:

  • Starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit und die Person muss sich übergeben
  • Tinnitus
  • Bauchschmerzen vor allem im rechten Oberbauch
  • Wassereinlagerungen in Beinen und Armen

Die Symptome sollten auf keinen Fall als normale Schwangerschaftsbeschwerden abgetan werden, denn ein nicht behandelter Schwangerschaftsbluthochdruck kann ernsthafte Folgeerkrankungen nach sich ziehen.

Wie sieht die Behandlung bei Schwangerschaftsbluthochdruck aus?

Leider ist es sehr schwierig passende Medikamente für Schwangere mit Bluthochdruck zu finden, da die meisten Medikamente dem Kind schaden. Somit gibt es nur einige Medikamente, auf die eine Schwangere zurückgreifen kann. Dazu zählen: Nifedipin, Alpha-Metyldopa und Urapidil.

Allerdings werden nicht immer Medikamente verschrieben, zunächst wird versucht, den Bluthochdruck in der Schwangerschaft mit konservativen Methoden zu behandeln. Oftmals muss die Schwangere sich dann schonen und körperliche Anstrengungen vermeiden. Das bedeutet für die Schwangere häufig Bettruhe und eine regelmäßige Kontrolle des Blutdruckes. Hierfür empfiehlt sich eine elektronisches Blutdurckmessgerät, da dies am leichtesten zu bedienen ist und zuverlässige Ergebnisse liefert. Ebenfalls sollte die Person auf Alkohol, Nikotin und Koffein verzichten.

Quellen:

  1. Diers K., Haberl R. : Hypertonie. Eschborn 2003.
  2. Auer J.: Hypertonie und Schlaganfall. Bremen 2009.