März 23, 2021

Herzinsuffizienz Symptome

Von Ioannes

Bei einer Herzmuskelschwäche oder auch Herzinsuffizienz erhält der Körper nicht mehr genug Sauerstoff und Blut, diese Krankheit kann tödlich enden. Lese hier in diesem Artikel welche Herzinsuffizienz Symptome es gibt, allgemeines über die Krankheit und wie sie behandelt wird.

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Herzinsuffizienz Symptome können verschieden sein
Eine Herzmuskelschwäche kann die linke, rechte, oder beide Seiten des Herzens betreffen. (Bildquelle: unsplash)

In meiner Zeit in der Altenpflege hatte ich einige Bewohner gepflegt und betreut, die an einer Herzschwäche gelitten haben, die Krankheit ist eigentlich medikamentös gut behandelbar. Hier auf dieser Seite blogge ich über verschiedene medizinische und pflegerische Themen, dabei nutze ich mein Fachwissen und auch Sekundärliteratur. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Bei einer Herzinsuffizienz schafft es das Herz nicht mehr, genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Dadurch können die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Dadurch äußern sich verschiedene Herzinsuffizienz Symptome.

Herzinsuffizienz Symptome und Arten

Prinzipiell lässt sich die Herzschwäche in drei Arten unterteilen, es gibt die Linksherzschwäche, die Rechtsherzschwäche und globale Herzschwäche. Bei jeder dieser Arten verändern sich auch die Herzinsuffizienz Symptome, mehr dazu in den folgenden Abschnitten.

Herzinsuffizienz Symptome beim linken Teil des Herzens

Der linke Teil des Herzens ist dafür verantwortlich, dass das Blut weitergeleitet wird, zuvor wurde das Blut noch in der Lunge mit Sauerstoff versehrt. Funktioniert die linke Seite des Herzens nicht mehr wirklich, dann kann sich das Blut in der Lunge anstauen. Folgende Herzinsuffizienz Symptome können dann auftreten:

  • Husten: Patient muss immer wieder husten.
  • Atemnot: Zunächst in Belastungssituationen, danach aber auch in Ruhephasen.
  • Nächtliches Urinieren: Durch Wassereinlagerungen muss der Patient häufig nachts auf die Toilette.
  • Schneller Herzschlag: Das Herz ist ausgelastet und pumpt sehr schnell.
  • Niedriger Blutdruck: Dieses Symptom tritt erst in späteren Verläufen der Krankheit auf.

Bleiben diese Herzinsuffizienz Symptome lange Zeit unerkannt, dann kann sich ein Asthma Karidale entwickeln, diese Symptome treten dann auf:

  • Bronchien verkrampfen: Dadurch erhöhte Atemnot und noch mehr Husten.
  • Lungenödem: Flüssigkeit ist ins Lungengewebe gelangt, dadurch raschelnde Nebengeräusche beim Atmen.
  • Verfärbung der Haut und Schleimhäute: Da der Körper zu wenig Sauerstoff bekommt, verfärben sich Haut und Schleimhäute blau.
  • Schaumiger Ausstoß: Beim Husten kommt hautfarbener Schaum heraus.

Herzinsuffizienz Symptome beim rechten Teil des Herzens

Die rechte Seite des Herzens ist dafür da, das Sauerstoffarme Blut mit neuem Sauerstoff zu versorgen. Ist der rechte Teil des Herzmuskels betroffen, dann kommt es zu einem Blutstau in den Körpervenen. Diese Symptome entstehen dann:

  • Ödeme: An verschiedenen Körperstellen lagert sich Wasser ein.
  • Wassereinlagerungen Organe: Im fortgeschrittenen Stadium kommt es sogar zu Anlagerungen an den Organen.
  • Gewichtszunahme: Durch diese Wassereinlagerungen nehmen die Betroffenen kontinuierlich an Gewicht zu.
  • Trockene Haut: Die angeschwollenen Körperpartien machen die Haut rissig und sehr trocken.
  • Nächtliches Urinieren: Aufgrund der Wassereinlagerungen kommt es zu einem starken Harndrang.
  • Herzrasen: Herz pumpt sehr schnell, da es den Körper versorgen will.
  • Blutdruck ist niedrig: Allerdings erst in späteren Stadien.

Herzinsuffizienz Symptome beim ganzen Herzen

Es können auch beide Herzseiten betroffen sein, dann treten die vorhin beschriebenen Symptome gemischt auf. Diese Art der Erkrankung wird auch globale Herzschwäche genannt.

Herzinsuffizienz Enstadium Symptome

Bei einer terminalen Herzinsuffizienz sind die Symptome bereits in der Ruhephase vorhanden, da der Herzmuskel oftmals keine Kraft mehr hat und schon sehr geschwächt ist. Viele Menschen sind in der Phase der Krankheit bereits bettlägerig und das Herz schafft es einfach nicht mehr, den Körper mit genügend Sauerstoff zu versorgen.

Die häufigsten Symptome im Endstadium sind Fatigue, hieran leiden über 80% der Erkankten, aber auch die Atemnot ist in diesem Stadium fast immer begeiter der Erkrankten. Deshalb werden viele Menschen in Endstadium mit Sauerstoff versorgt.

Kann man an einer Herzinsuffizienz ersticken?

Insbesondere in der letzten Phase der linksseitigen Herzschwäche kann eine sehr gefährliche Atemnot entstehen, diese macht sich nachts bemerkbar und raubt den Patienten den Schlaf. Wenn der Patient dann noch bettlägerig ist und keine Möglichkeit hat, auf sein Leiden aufmerksam zu machen, dann kann es durchaus vorkommen, dass dieser nachts erstickt.

Deshalb solltest du als pflegender Angehöriger, falls sie so jemanden betreuen, immer ein Auge auch nachts auf ihn haben. Lasse zur Not die Tür offen, oder besorge dir Baby-Phones, damit du lauschen kannst, was im Zimmer passiert. Falls dein Angehöriger an sehr starker Atemnot leidet, dann solltest du dich über seinen Arzt um externen Sauerstoff bemühen, dieser kann im Zweifelsfall das Leben retten.

Was ist eine dekompensierte und kompensierte Herzschwäche?

Dekompensierte Herzschwäche

Hier kommt es zu den bereits beschriebenen Symptomen schon während einer Ruhephase, oder sogar bei geringer Belastung. Das Herz schafft es einfach nicht mehr, eine angemessene Leistung zu erbringen und es kommt zu Wassereinlagerungen und Atemnot.

Kompensierte Herzschwäche

In diesem Fall kommen die Symptome nur in Belastungszuständen zum Vorschein, dann wenn das Herz sich anstrengt und der Puls in die Höhe schnellt. In Ruhephasen jedoch kommt es zu keinerlei Symptomen, da das Herz die Schwäche noch irgendwie ausgleichen kann.

Welche Stadien einer Herzschwäche gibt es?

Es gibt vier offizielle Stadien der Herzmuskelschwäche, diese orientieren sich an der jeweiligen Ausprägung der Symptome. In der folgenden Tabelle habe ich dir die Stadien aufgeführt:

Stadium I:Es kommt sowohl in Ruhe- als auch in Belastungsphasen zu keinen Symptomen.
Stadium II:Immer noch keine Symptome in Ruhephasen, jedoch bei ganz leichten körperlichen Anstrengungen (etwas schneller gehen z.B.) kommt es zu Symptomen.
Stadium III:Bei ganz normalen Alltagsbelastungen kommt es zu Atemnot, Engegefühl in der Brust und Erschöpfungen.
Stadium IV:Die Symptome treten bei jeder körperlichen Alltagsbelastung und sogar in Ruhe auf. Viele Patienten in diesem Stadium sind bereits bettlägerig.

Welche Ursachen gibt es?

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Herzmuskelschwäche, fast alle Ursachen sind bestehende Erkrankungen des Herzkreislauf-Systems. Folgende Krankheiten sind am häufigsten dafür verantwortlich.

Bluthochdruck

Das Herz muss hier viel stärker pumpen als gewöhnlich, um das Blut durch die verengten Gefäße zu befördern. Durch diese Überbelastung werden die Herzmuskeln etwas dicker. Jedoch schafft das Herz nicht auf Dauer dieser Belastung standzuhalten und wird schwächer. Dadurch kommt es dann zu einer Herzmuskelschwäche.

Koronare Herzkrankheit

Bei dieser Krankheit kommt es zu einer Verkalkung der Kranzgefäße, dadurch gelangt nicht mehr ausreichend Blut in den Herzmuskel und dieser wird unterversorgt. Es entsteht auch hier eine Schwäche des Herzmuskels.

Andere Krankheiten

Auch eine Myokarditis, oder eine Herzrhythmusstörung können eine Herzschwäche auslösen. Aber Herzmuskelerkrankungen können eine Herzmuskelschwäche hervorrufen. Diese entstehen durch Drogen- und Alkoholkonsum, oder durch den Missbrauch von Medikamenten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei den meisten Patienten ist die Herzmuskelschwäche durch Bluthochdruck oder andere Krankheiten entstanden, hier müssen dann verschiedene Medikamente verabreicht werden. Denn eine Herzinsuffizienz ist nicht heilbar. Gehe immer zu deinem Hausarzt, falls du die genannten Symptome bemerkst. Dieser verschreibt dir dann die richtigen Medikamente.

Herz entlastende Medikamente

Diese Medikamente entlasten das Herz, dadurch muss es weniger arbeiten und der Patient bleibt auf lange Sicht gesehen gesünder. Es werden Betablocker, AT1-Rezeptor-Antagonisten und ACE-Hemmer eingesetzt.

Es gibt aber auch Medikamente, welche einfach nur die Herzinsuffizienz Symptome lindern, oftmals werden hier Diuretika verschrieben. Diese entwässern die betroffenen Körperstellen.

Herzschrittmacher

Ein Herzschrittmacher kann helfen die Signalübertragung bei einer Herzschwäche zu verbessern. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn sich beide Herzkammern nicht mehr synchron zusammenziehen. Denn dadurch kommt es zu einer Unterversorung von Blut im Körper.

Allerdings ist ein Herzschrittmacher keine Pauschallösung für jeden mit einer Herzschwäche, denn der ausschlaggebende Punkt ist eine Signalstörung im Herzen. Nur wenn diese Signalübertragung stark verzögert ist, hilft ein Schrittmacher gegen die Herzschwäche. Ist die Reizübertragung noch in Ordnung, dann macht es wenig Sinn für den Patienten einen Herzschrittmacher einzusetzen. In solchen Fällen kann der Schrittmacher den Herzrhythmus sogar negativ beeinflussen.

Risikofaktoren Herzinsuffizienz

Folgende Risikofaktoren können eine Herzschwäche begünstigen:

  • Hohes Lebensalter: Im hohen Alter baut der Körper ab und der Herzmuskel verliert auch an Leistungskraft, dadurch kann eine Herzschwäche entstehen. Auch ist der Körper im hohen Alter für Krankheiten anfälliger, die eine Herzschwäche verursachen können.
  • Rauchen: Zigaretten sind schädlich für die Gefäße, sie hemmen die Aufnahme von Sauerstoff und schädigen das Herz, dadurch muss der Herzmuskel mehr arbeiten und es kann Insuffizienz über die Jahre hinweg entstehen.
  • Alkohol: Viele behaupten ja Alkohol sei gut für das Herz, das stimmt nur bedingt, denn ein dauerhaft erhöhter Alkoholkonsum erhöht den Blutdruck und das führt kann dann zu einer Herzschwäche führen.

Prophylaxemaßnahmen

Da hauptsächlich Bluthochdruck und die Koronare Herzkrankheit an der Herzmuskelschwäche Schuld haben. solltest du auf folgende Punkte in deiner Lebensweise achten:

  • Ausreichend Sport und Bewegung
  • Nicht Rauchen
  • Gesund ernähren und auf sein Gewicht achten
  • Alkohol verantwortlich konsumieren

Sport und die Herzinsuffizienz

Sport kann den Herzmuskel trainieren und somit gut gegen die Symptome einer Herzinsuffizienz helfen, allerdings solltest du immer darauf achten, deinen Körper nicht zu überlasten. Du solltest die Belastungen immer schrittweise erhöhen, da ansonsten dein ohnehin schon geschwächtes Herz die Belastung nicht aushalten könnte.

Geeignete Sportarten sind Radeln und Laufen, beide sind zwar als Cardio-Sportarten zu verzeichnen, allerdings können sie im richtigen Ausmaß deinen Herzmuskel gut trainieren und stärken. Sprech dich immer vorher mit deinem Arzt ab, dieser kann dir genau sagen, wie viel Sport gut für dich ist.

Hier ein Video für dich zu dieser Thematik:

Herzinsuffizienz und der Behindertenausweis

Falls du wegen deiner Herzschwäche operiert wurdest, oder anderweitig schwerwiegende Folgen wie weitere Erkrankungen bekommen hast. Dann solltest du versuchen einen Behindertenausweis zu beantragen, denn dieser kann dir beim Erhalt von verschiedenen Pflegemaßnahmen und die Einordnung in einen Pflegegrad zugutekommen. Zwar bist du nicht direkt berechtigt durch einen Schwerbehindertenausweis einen Pflegegrad zu bekommen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der MDK dich in eine der fünf Stufen einkategorisiert.

Danach stehen dir verschiedene Gelder und Dienstleistungen zu, diese können dich in deinem Krankheitsverlauf positiv unterstützen und auch deine Familie entlasten. Darüber hinaus kannst du mit einem Schwerbehindertenausweis auch verschiedene Rabatte im alltäglichen Leben erlangen. Beim jeweiligen Versorgungsamt deines Regierungsbezirkes kannst du diesen Ausweis beantragen.

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Quellen:

  1. Schunkert H, Weil J: Rationelle Diagnostik und Therapie bei Herzinsuffizienz. Berlin, Heidelberg 2005.
  2. Gesenberg S, Voigt I: Pflegewissen Kardiologie. Berlin, Heidelberg 2017.