April 2, 2021

Krampfadern

Von Ioannes

Krampfadern treten am häufigsten an den Beinen auf, Frauen leiden viel häufiger an dieser Krankheit als Männer. Im fortgeschrittenen Stadium können Krampfadern Ödeme und Geschwüre verursachen und sogar schmerzhaft werden. In diesem Artikel erfährst du alles über die Symptome, die Behandlungsmöglichkeiten, die Ursachen und die Prophylaxemaßnahmen.

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Krampfadern behandeln mit Schaumbad
Pflegende Schaumbäder können helfen Varikose vorzubeugen. (Bildquelle: unsplash.com/Bruce Mars)

Ich bin Fachkraft für Altenpflege und habe im Altenheim sehr häufig Bewohner mit Krampfadern betreut, diese Krankheit ist im Vergleich zu anderen Krankheit natürlich harmlos, allerdings können die Wassereinlagerungen Druckschmerzen verursachen und auch das Anziehen von Schuhen und Socken kann zum Problem werden.

Was sind Krampfadern?

Krampfadern auch Varizen genannt sind eine krankhafte Erweiterung der Venen, sie haben oftmals eine schlangenartige oder knotenartige Form und treten an den Beinen in einer bläulichen Farbe hervor. Eigentlich sollen die Venen das Blut zurück zum Herzen transportieren, sind die Venen nicht mehr belastbar genug, staut sich das Blut in ihnen und so entstehen die Varizen.

Welche Krampfadern Symptome gibt es?

Anfangs verursachen die Varizen keine Symptome, erst in späteren Stadien können Schmerzen entstehen. In der folgenden Tabelle sind alle Stadien mit ihren jeweiligen Symptomen für dich aufgeführt:

Stadium I:Anfangs entstehen keine Beschwerden, jedoch sehen die Äderchen unästhetisch aus und lösen Schamgefühle bei den Betroffenen aus.
Stadium II:In diesem Stadium kommt es zu einem Spannungsgefühl in den Beinen, ebenfalls fühlen sich die Beine sehr schwer an, insbesondere an heißen Tagen. Oftmals hilft es die Beine im Liegen hoch zu lagern.
Stadium III:In diesem Stadium kommt es zu einem sehr langen Blutstau in den Adern und die Gefäßwände werden immer weiter beschädigt. Jetzt kommt es zu Wassereinlagerungen und Hautveränderungen (z.B. juckende Haut, oder Pergamenthaut).
Stadium IV:Der Blutstau war hier so schwerwiegend, dass das umliegende Gewebe keinen Sauerstoff mehr bekommen hat und es zu Geschwüren unter der Haut gekommen ist. Ebenfalls beginnt das Gewebe abzusterben. Somit kommt es zu einer offenen Wunde.

Verursachen Krampfadern Schmerzen?

Zunächst verursachen die Krampfadern keine Schmerzen, schreitet die Krankheit jedoch fort, dann entstehen die beschriebenen Symptome aus Stadium II, es kommt also Spannungs- und Schweregefühlen und ebenfalls zu Schwellungen. Diese Schwellungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und entstehen meistens beim Sitzen oder beim Stehen.

Ebenfalls können Krampfadern eine Venenentzündung verursachen, diese entsteht durch eine entzündete Veneninnenwand. Hier bildet sich häufig am Ort der Entzündung eine leicht verhärtete und überhitzte Stelle, die sehr sensibel auf Berührungen reagiert. In solchen Fällen solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen, denn durch diese Entzündung kann sich ein Thrombus bilden und das Gefäß vollständig verschließen.

Ebenfalls berichten viele Patienten von Schmerzen in der Kniekehle und Schmerzen beim Laufen, das könnten mögliche Symptome für eine verschlossene Beinstammvene sein.

Welche Arten von Varizen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Varizen an den Beinen, folgende Klassifikationen gibt es:

  • Stammvenenvarizen: Treten am häufigsten auf und sind oftmals an großen und mittelgroßen Venen zu beobachten. Sehr häufig am Oberschenkel und Unterschenkel in der Innenseite verortet.
  • Besenreiser: Hierbei handelt es sich um sehr kleine und feine Äderchen, die oftmals bläulich und grünlich verfärbt sind. Sie verursachen fast nie Schmerzen, sehen jedoch nicht besonders schön aus.
  • Retikuläre Varizen: Es handelt sich hier um sehr kleine Veränderungen in den Venen (max. 4 mm), sie sind oftmals an der Oberschenkel Außenseite, oder an der Kniekehle vorzufinden.
  • Perforans Varizen: Damit sind Aussackungen der oberflächlichen Venen gemeint, die mit den tiefen Beinvenen verbunden sind.

Welche Gründe für Krampfadern gibt es?

Wie bereits beschrieben, ist der Hauptgrund ein Blutstau in den Venen, dieser entsteht durch unelastische Venen und Defekte Venenklappen. Dadurch überdehnen sich die Venen und es kommt zu den beschriebenen Aussackungen. Für die Gründe muss zwischen primären Varizen und Sekundären Varizen unterschieden werden.

Primäre Krampfadern

Diese Varizen entstehen ohne erkennbaren Grund und machen den Großteil aller Fälle aus, folgende Faktoren begünstigen jedoch die Entstehung:

  • Rauchen: Durch Rauchen kommt es zu einer Verkalkung der Venen und diese sind nicht mehr so elastisch und belastbar.
  • Hohes Lebensalter: Im Alter lässt die Kraft der Venen auch nach und es kann häufiger zum Blutstau und Aussackungen kommen.
  • Genetische Faktoren: Bestimmte genetische Krankheiten wie eine Bindegewebsschwäche fördern die Entstehung von Krampfadern.
  • Östrogene: Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, da das Östrogen das Bindegewebe weicher macht, das ist für die Schwangerschaft von Vorteil, da sich der Körper ausdehnt. Jedoch entstehen so auch häufiger Varizen, da die Venen nicht mehr über so viel Spannung verfügen.
  • Bewegungsmangel: Insbesondere Menschen die sehr lange sitzen oder stehen müssen, haben ein erhöhtes Risiko. Denn hier kommt es zu einer Erschlaffung des Muskeltonus und das Blut kann nicht mehr so leicht transportiert werden von den Venen. Damit staut es sich leichter in den Venen an.

Sekundäre Krampfadern

Diese Form der varikösen Venen macht nur einen kleinen Prozentteil der Erkrankung aus, die sekundäre Variante entsteht, wenn die Venen in ihrem Abfluss behindert worden sind. Der Grund für diesen behinderten Abfluss ist oftmals eine Beinvenenthrombose.

Krampfadern in der Schwangerschaft

Viele Schwangere leiden unter Krampfadern, da der Körper in der Schwangerschaft einer unheimlichen Belastung ausgesetzt ist, somit haben viele werdende Mütter das Gefühl, dass sie schwere Beine haben, hier bilden sich dann auch die Krampfadern. Das hat folgende Gründe:

  • Das Blutvolumen im Körper der Schwangeren verdoppelt sich innerhalb der Schwangerschaft, dadurch sind die Venen einer höheren Belastung ausgesetzt und sie kommen zu Schaden.
  • Auch die Gebärmutter wächst während einer Schwangerschaft, diese drückt dann auf die Vena Cava (größte Vene im Körper) und dadurch wird der Blutfluss zum Herzen erschwert.
  • Aber auch das erhöhte Gewicht in der Schwangerschaft kann Varizen begünstigen.

Was können Schwangere dagegen tun?

Schwangere sollten auf folgende Punkte achten, wenn sie die Krampfadern vorbeugen wollen. Denn oftmals verschwinden die Varizen nach der Schwangerschaft nicht und viele Frauen fühlen sich danach unwohl:

  • Ausreichend Bewegen: Moderate Sportarten wie Fahrradfahren oder Nordic Walking können den Blutfluss zum Herzen fördern und auch die Beinmuskulatur trainieren, dadurch bilden sich weniger Krampfadern.
  • Bein hochlagern: Insbesondere nach längeren Strecken oder auch mal zwischendurch sollten die Beine hochgelagert werden, damit das Blut zum Herzen fließen kann.
  • Medizinische Schwangerschaftskompressionsstrumpfhosen und Stützstrümpfe: Fördern die Durchblutung und unterbinden Wassereinlagerungen, die Venen werden koprimiert und können das Blut besser zurück zum Herzen pumpen. Dadurch werden Varizen verhindert.
  • Übergewicht reduzieren: Schwangere sollten auf eine gesunde Ernährung achten, denn weniger Belastung für die Beine bedeutet auch weniger Krampfadern.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt genau zwei Möglichkeiten die varikösen Venen zu behandeln, entweder sie werden entfernt, oder es werden konservative Behandlungsmethoden angewandt. In den nächsten Abschnitten geht es um die verschiedenen Operations-Möglichkeiten.

Operative Methoden

CHIVA-Methode

Hier sucht der Arzt zunächst mittels Ultraschall nach der betroffenen Vene, danach wir diese Vene in einer kleine OP abgebunden, damit sie sich zurückbilden kann. Nach einiger Zeit verschwindet dann die Krampfader von alleine. Allerdings ist diese Methode bei fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung nicht anzuwenden.

Ziehen der Krampfadern

Diese Methode wird sehr häufig angewandt und wird mit einer Sonde durchgeführt. Hier wird in die kranke Vene durch die Venenwand hindurchgestochen bis das Ende der versackten Vene erreicht wurde. Anschließend wird das veränderte Venengewebe abgetrennt und herausgezogen.

Valvuloplastie

Diese Methode unterscheidet sich von den anderen, denn hier werden keine Venen entfernt. Der Arzt macht hier einen kleinen Schnitt an der Leiste und umwickelt die defekten Venen mit einer Kunststoffummantelung, dadurch wird der Blutrückfluss verhindert und die Vene ist straffer und widerstandsfähiger geworden.

Verödung mit Laser

Die Venen können auch mit einem Laser verödet werden, es wird eine Glasfaser in die Vene eingeführt, durch diese Glasfaser wird eine Laserenergie in die Vene gegeben und somit wird die Vene verschlossen.

Was sollte nach einer Operation beachtet werden?

Damit es zu keinen Nachblutungen oder angeschwollenen Beinen durch Körperflüssigkeiten kommt, sollten die Betroffenen die Beine nach der OP unbedingt richtig wickeln, oder Stützstrümpfe tragen. Ebenfalls sollten die Beine, wenn möglich hochgelagert werden.

Konservative Behandlungsmethoden

Kompressionsstrümpfe

Kompressionsstrümpfe sind die beste Methode, um Krampfadern konservativ zu behandeln. Denn sie komprimieren das umliegende Gewebe so stark, dass die Venen und die Muskeln verstärkt werden und es zu keinem Blutrückstau kommt. Ebenfalls verschließen die Venenklappen besser und es kommt weniger zu Ödemen, da sich Flüssigkeit nicht so leicht anlagern kann. Hier geht es zu meiner Anleitung, sie erklärt dir, wie du Kompressionsstrümpfe korrekt anziehen musst.

Weitere konservative Behandlungsmethoden

  • Ausreichend bewegen: Dadurch wird die Durchblutung gefördert und die Muskeln und Venen erschlaffen nicht so leicht und verhindern somit einen Blutrückstau.
  • Beine hochlagern: Beim Schlafen sollten die Beine auf einer kleinen Erhöhung gelagert werden, hierzu gibt es spezielle Kissen.
  • Extreme Hitze meiden: Insbesondere heiße Sommertage, oder Saunabesuche führen dazu, dass die Venen sich ausdehnen, leidest du an Krampfadern solltest du die Hitze meiden, da deine Venen eh schon ausgedehnt sind.

Welche Prophylaxemaßnahmen gibt es?

Falls du bereits eine Krampfader-OP hinter dir hast, oder eine erbliche Veranlagung für Varizen hast, dann solltest du unbedingt auf folgende Prophylaxemaßnahmen achten, damit sich die Symptome nicht verschlimmern.

  • Ausreichend Sport treiben: Hier empfehlen sich Sportarten, die die Wadenmuskulatur stärken. Das geht im Fitnessstudio sehr gut, oder du gehst einfach öfters Fahrrad fahren.
  • Schaumbäder: Auch Schaumbäder können vorbeugend wirken gegen variköse Venen, allerdings solltest du nicht zu heiß baden.
  • Beine hochlagern: Nimm dir öfters mal Zeit nach langem Stehen oder Sitzen, die Beine hochzulagern.
  • Kompressionsstrümpfe: Diese können eine Wassereinlagerung an den Beinen verhindern und fördern den Blutrückfluss und unterbinden dadurch Krampfadern.

Hier ein Video zu den operativen Behandlungsmethoden:

Frage: Was haltet ihr von den konservativen Behandlungsmöglichkeiten?

Quellen:

  1. Noppeney T, Nüllen H: Varikose: Diagnostik – Therapie – Begutachtung. Berlin, Heidelberg 2010.
  2. Kuznik N: Stellenwert der Kompressionstherapie bei der Sklerosierung von Besenreiservarizen. Diss. Lübeck 2019.